«Der fachliche Rucksack von Herrn Gehrig könnte nicht besser sein», sagt Hans Geiger, Bankenprofessor der Universität Zürich. Bruno Gehrig sei eine «Bilderbuchlösung». Auch Peter V. Kunz, Professor für Wirtschaftsrecht an der Uni Bern, sieht im Swiss-Life-Präsidenten eine hervorragende Wahl, «da er als Schweizer ein Zeichen für den Heimmarkt Schweiz setzt und nicht nur Erfahrungen aus dem Finanzbusiness hat, sondern ebenfalls auf regulatorischer Ebene, die immer wichtiger wird für die UBS». Gehrig habe das Potenzial, nebst dem VR-Präsidenten Peter Kurer der neue starke Mann im Verwaltungsrat der UBS zu werden. «Er könnte in Zukunft eine wichtigere Rolle spielen als Herr Marchionne.»

Geiger steht auch dem zweiten nominierten Verwaltungsratsmitglied positiv gegenüber. Rainer-Marc Frey, der Gründer und VR-Präsident von Horizon21, sei ein «unabhängiger Kopf», der sich in der Welt der neuen Finanzproduk-te sehr gut auskenne. «Zudem hat er in dieser Rolle keinen Grund, jemanden zu schonen.» Den Abgang von Finanzchef Marco Suter nimmt Geiger ebenfalls mit Erleichterung auf. «Marco Suter war nach Marcel Ospel der zweitoberste Risikoverantwortliche bei der UBS und muss die Sache mitverantworten.» Für Kunz ist der Rücktritt von Marco Suter die interessanteste Neuigkeit. Sein Abgang sei wahrscheinlich auf Druck wichtiger Aktionäre erfolgt. «Damit hat die UBS die Ära Ospel endgültig abgeschlossen.» Jetzt könne wieder neues Vertrauen geschaffen werden.

Lichtblick oder kleine Korrektur?

«Die strategische Ankündigung ist keine Weichenstellung, sondern es wurden nur kleine Korrekturen vorgenommen», so Kunz. Diese seien vor allem intern bedeutend. «Die Private Banker sahen nicht ein, warum sie für die Verluste der Investment Banker büssen mussten.» Anders sieht dies Geiger: «Die Entflechtung der Einheiten ist ein Lichtblick.» Synergien zwischen den einzelnen Einheiten habe es ohnehin kaum gegeben. Damit habe die UBS in Zukunft die strategische Wahl zwischen verschiedenen Alternativen. «Die Investmentbank könnte zum Beispiel an die Börse gebracht werden.» Dies sei aber nur sinnvoll, wenn die Einheit auf eigenen Füssen stehe.

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