Der Preis ist, wie der Marketer weiss, der wichtigste Gewinntreiber. Deshalb legte Uwe Tännler, Präsident von Swiss Marketing, den diesjährigen Swiss-Marketing-Tag unter den Preisstern. Höhere Preismargen durchzusetzen, ist aber nicht einfach - vor allem in Krisenzeiten. Deren Verlauf konnte der Moderator Stephan Klapproth durch die Lektüre des «Playboy»-Magazins schon lange erkennen. «Wenn die Damen im Aufklappteil mütterliche Rundungen aufweisen, schliesst dies auf ein Sehnen nach Sicherheit und auf bevorstehende turbulente Zeiten», zitierte er augenzwinkernd seine Lieblingsstudie.

Zu intelligentem Pricing gaben dann aber die wahren Spezialisten Inputs. «Der Billigste kann nur einer sein. Sei deshalb einzigartig», hiess die Kernnachricht der Bestsellerautoren Peter Kreuz und Anja Förster. Florian U. Siems, Professor an der Technischen Hochschule Aachen, erläuterte die Rolle von Referenzpreisen bei der Preiswahrnehmung am Beispiel seines Lieblingskäses. Den Weg zurück zur Einfachheit will Dieter Brandes, ehemaliger Verwaltungsrat von Aldi, verfolgen. «Im Wettbewerb stehen Geschäftsmodelle, nicht Preise.»

Höhepunkt des Events war die Verleihung der Marketing Trophy. In der Kategorie kleine Unternehmen ging diese an Hans Jörg Luchsinger, Geschäftsleiter von I/E/U für das Projekt «100jetzt - Solardachprogramm für Gemeinden». Die Jury lobte die Gesamtleistung der komplexen Kampagne. Bei den mittleren Firmen gewann die Auskunft 1818 unter CEO Rolf Jeger. Mit ihrer Werbeoffensive mit den schrägen Zwillingen verdrängte sie als Marktneuling die alteingesessene 111 auf Platz zwei. Bei den grossen Unternehmen gewann BAT Schweiz. Brand-Managerin Miriam Radermacher nahm die Marketing-Trophäe stolz entgegen, welche der Marke Parisienne verliehen wurde für die vom und für den Kunden individualisierten Zigarettenpäckchen. Bei den NGO nahm CEO Gian- Reto Raselli für den WWF die Trophäe entgegen. Die Kampagne «Klimaausreden» konnte mit einem Minimalbudget die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit wecken.

Anzeige