Die Schweizer Firmen stehen mitten in der Umsetzung von neuen Revisionsvorschriften. Sie können wählen zwischen einer «Ordentlichen Revision» oder der «Eingeschränkten Revision». Kleinstbetriebe sind gar ganz von der Revisionspflicht entbunden. Wer die Wahl hat, der hat auch die Qual. Gerade in diesen wirtschaftlich turbulenten Zeiten ist es für einen Firmenlenker nicht einfach, die Vor- und Nachteile der verschiedenen Revisionstypen auf Anhieb zu erkennen. Mit der Minimallösung einfach Kosten zu sparen, das mag zur Aufwandsenkung auf der Hand liegen, ob es dem Unternehmen aber langfristig etwas nützt, ist mehr als fraglich.

Wenn in diesen Tagen so viel von Risikomanagement die Rede ist, muss sich das auch ein KMU zu Eigen machen. Wie genau die Risikobeurteilung zu erfolgen hat, schreibt der Gesetzgeber nicht vor. Wichtig ist aber, dass sich der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung intensiv mit dieser Materie auseinandersetzen. Es gilt, die unternehmerischen Chancen und Risiken möglichst breit zu erfassen. Allein schon das systematische Auflisten von finanziellen und ökologischen Risiken, ebenso wie die konsequente Erfassung von Sachrisiken oder Haftpflichtrisiken können einen wichtigen Lernprozess in der gesamten Firmenorganisation auslösen.

In vielen Gesellschaften wird die vom Gesetzgeber geforderte Risikobeurteilung zunächst einmal als zusätzliche regulatorische Pflicht empfunden. Der positive Aspekt einer derart umfassenden Dokumentation rückt bei diesem Blickwinkel in den Hintergrund. Dabei zeigen die ersten Erfahrungsberichte aus den Unternehmen, dass dem höheren Aufwand auch ein Nutzen gegenübersteht. Wenn sich ein Führungsteam auf die wichtigsten Risiken und Chancen konzentriert, gelingt es meist, auch die internen Ressourcen noch besser einzusetzen. Das steigert die Effienz in einem Betrieb und schafft einen wirtschaftlichen Mehrwert.

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Gefordert sind auch die Wirtschaftsprüfer. Sie sollten den Firmen taugliche Modelle zur Risikobeurteilung unterbreiten und mit einem jährlichen Check-up für die notwendige Transparenz nach aussen sorgen. Dabei kann es nicht die Aufgabe des Revisors sein, die unternehmerische Marschrichtung vorzugeben. Die Oberleitung einer Aktiengesellschaft liegt noch immer beim Verwaltungsrat und die operative Durchsetzung in der Geschäftsleitung. Denkanstösse können die Revisoren aber durchaus vermitteln. Je konkreter diese sind, umso eher werden sie auch vom Management aufgenommen.