Die Bank Zweiplus ist am 1. Juli 2008 mit 257 000 Kunden gestartet, bis Ende Jahr werden bereits rund 300 000 die Produkte- und Abwicklungsplattform nutzen. «Jetzt müssen wir schauen, dass wir das schnelle Wachstum trotz Finanzkrise fortsetzen können», sagt Sarasin-Chef Joachim Strähle. Die Basler Privatbank hält 57,5% an Zweiplus, der CEO zeigt allerdings Interesse an einer vollständigen Übernahme der Tochter (siehe «Nachgefragt»).

Im 2. Halbjahr 2008 hat die Bank Zweiplus rund 1 Mrd Fr. an Neugeldern angezogen, die verwalteten Vermögen von etwa 6,7 Mrd Fr. leiden aber unter der Finanzkrise. Andererseits profitiert die Bank davon, dass die Preise für mögliche Übernahmen gesunken sind und die Partner ? Versicherer, Vermögensverwalter und Finanzdienstleister ? stärker auf die Kosten achten müssen.

Neue Deals im nächsten Jahr

Zweiplus hat Universalbankcharakter, konzentriert sich aber vor allem auf die Abwicklung. Sie stellt ihren Partnern ihre Banklizenz und Infrastruktur zur Verfügung. Die Verhandlungen mit weiteren Kooperationspartnern sind am Laufen. «Wir werden im nächsten Jahr sicher die eine oder andere weitere Zusammenarbeit ankündigen können», erwartet Marco Weber, CEO von Zweiplus. Dabei kommen auch Interessenverbände als Partner in Frage. An den anspruchsvollen Wachstumsplänen hält Weber trotz Finanzkrise fest. Bis 2013 will Zweiplus über 500000 Kunden haben und die Kundengelder verdoppeln. «Die Planung auf der Ertragsseite mussten wir der momentanen Marktlage anpassen, wir haben aber gleichzeitig entsprechende Reduktionen auf der Kostenseite vorgenommen», begründet Weber. Damit könne die Bank Zweiplus der Mutter Sarasin in diesem Jahr einen Beitrag zum Gewinn leisten.

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Expansion nach Osteuropa

Neben den angestammten Märkten Schweiz, Österreich und Deutschland plant die Bank auch die Expansion nach Osteuropa, und zwar über ihre Finanzdienstleister. «Daneben sind wir an einer Buchungsplattform in Deutschland interessiert», so der CEO. Eine vollständige Übernahme von Zweiplus durch Sarasin würde Weber begrüssen. Die beiden Banken arbeiten bereits heute eng zusammen. «Wir profitieren von der erstklassigen Infrastruktur der Bank Sarasin und helfen der Bank, über ein grösseres Transaktionsvolumen ihre Systeme optimaler auszunützen, was zu tieferen Durchschnittskosten beiträgt», sagt der Zweiplus-Chef.

Die Bank Zweiplus wurde als Joint Venture zwischen der Bank Sarasin und der AIG Private Bank gegründet. Sie richtet sich vor allem an Kunden mit einem Vermögen von weniger als 500000 Fr.

 

 

NACHGEFRAGT


«Wir wollen Zweiplus ganz übernehmen»

Joachim Strähle, CEO der Bank Sarasin & Cie AG, zum neuen Aktionär der Bank Zweiplus, an der Sarasin die Mehrheit hält.

Was ändert sich bei der Bank Zweiplus mit dem neuen Aktionär aus Abu Dhabi?

Joachim Strähle: Dadurch ändert sich nichts für das Geschäft von Zweiplus. Entgegen vielen Spekulationen haben wir übrigens nie ein Angebot für die AIG Private Bank eingereicht. Unser Interesse galt immer der Bank Zweiplus. AIG wollte aber nur die gesamte Bank verkaufen.

Kaufen Sie den neuen Aktionären die Beteiligung an Zweiplus ab?

Strähle: Natürlich wollen wir die Bank Zweiplus ganz übernehmen. Ob es am Ende zu einem Verkauf kommt, ist für uns schwierig zu beurteilen.

Haben Sie bisher schon Kontakt mit den neuen Aktionären aufgenommen?

Strähle: Nein, bislang noch nicht. Ich weiss auch nicht, wie die neuen Aktionäre aufgestellt sind und was sie im Sinn haben. Aber das werden wir in den nächsten Wochen herausfinden.

Wie zuversichtlich sind Sie, dass der Deal an Ende zustande kommt?

Strähle: Das ist schwierig zu sagen. Wir müssen zunächst einmal mit den Vertretern von Abu Dhabi zusammensitzen.