BLS Cargo fährt ab Dezember direkte Güterzüge von Rotterdam via Lötschberg/Simplon nach Norditalien. Das Unternehmen hat einen entsprechenden Vertrag mit der niederländischen ERS Railways unterzeichnet und kann damit auch einen Prestige-Erfolg verbuchen.

Denn die BLS Cargo schnappte den Auftrag den SBB weg, die sich bislang um den ERS-Güterverkehr via Gotthard kümmerte. Erst vor zwei Monaten hatte BLS Cargo ihren grössten Kunden auf der Gotthardstrecke, die deutsche DB Schenker Rail, an die SBB verloren.

Dadurch gingen der BLS jährlich gut 5000 Güterzüge verloren. Ein Abbau von bis zu 80 Stellen wurde angekündigt. Der Dreijahres-Vertrag mit der niederländischen Firma bringt im Gegenzug mehr als 1000 Güterzüge pro Jahr. Ob deshalb nun weniger Stellen als geplant gestrichen werden, liess BLS Cargo am Mittwoch offen.

Der Vertrag mit ERS Railways zeige auf jeden Fall, dass BLS Cargo nach wie vor wettbewerbsfähig sei, sagte Sprecherin Stefanie Burri auf Anfrage. Die Niederländer hätten sich vom «innovativen und hocheffizienten Produktionskonzept» überzeugen lassen.

Durchlaufende Lokomotiven überzeugten

Denn die Güterzüge werden durchgehend von Rotterdam bis Melzo in der Lombardei von elektrischen Lokomotiven der BLS befördert, wie Burri ausführte. Die Mehrsystemlokomotive BR 186 kann unter den verschiedenen Stromsystemen in den Niederlanden, Deutschland, der Schweiz und Italien fahren.

Der Vertrag wurde am Dienstag im Rahmen der Fachmesse «Transport Logistic 2013» in München unterzeichnet. BLS-Cargo-Chef Dirk Stahl bezeichnete die private ERS dabei als «einen der Hauptakteure auf dem Güterverkehrskorridor durch die Schweiz».

«BLS Cargo hat uns mit ihrem innovativen Traktionskonzept mit den durchlaufenden Lokomotiven überzeugt», bestätigte ERS-Direktor Frank Schuhholz gemäss Communiqué. Dadurch ergäben sich deutlich verringerte Laufzeiten von Holland bis nach Italien.

(tno/tke/awp)