JPMorgan stösst seine Rohstoffsparte an Mercuria Energy ab. Der Deal über 3,5 Milliarden Dollar in bar soll im dritten Quartal abgeschlossen werden, teilte die Grossbank am Mittwoch in New York mit. Die Wettbewerbsbehörden müssen den Verkauf noch genehmigen.

Im Januar hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, Mercuria ringe mit dem Beteiligungsgesellschaft Blackstone und der Investmentbank Macquarie um den Zuschlag.

JPMorgan hatte im vergangenen Sommer den Rückzug aus dem Geschäft mit dem Handel von physischen Rohstoffen angekündigt, da die Aufsichtsbehörden in den USA derzeit ohnehin ein Verbot dieses Geschäfts für Banken erwägen. Die Sparte hatte nach damaligen Bloomberg-Informationen zuletzt jährlich rund 750 Millionen Dollar eingespielt.

Mercuria Energy hat seinen Hauptsitz in Genf. Das Unternehmen beschäftigt rund 1000 Mitarbeiter und erzielte 2012 einen Umsatz von gegen 100 Mrd. Dollar. Mercuria handelt hauptsächlich mit Erdölprodukten.

Vorwurf: Preise nach oben getrieben

Sollte der Kauf durch die Mercuria genehmigt werden, würde die von zwei Ex-Managern der US-Investmentbank Goldman Sachs geführte Firma unter die Marktführer der im Rohstoffbereich tätigen Handelshäuser aufsteigen und Branchengrössen wie Glencore Xstrata Konkurrenz machen. Auch die australische Investmentbank Macquarie und der Finanzinvestor Blackstone sollen interessiert gewesen sein.

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Die US-Banken sind wegen ihrer Rohstoffgeschäfte schwer in die Kritik geraten. Ihnen wird vorgeworfen, die Preise in die Höhe zu treiben, indem sie beispielsweise grosse Mengen an Metallen in ihren riesigen Lagerhallen halten. Davon profitieren die Geldhäuser nicht nur im direkten Handel mit den Rohstoffen, sondern auch über Derivate, sprich Wetten auf den künftigen Preis der Metalle.

Daher werden die Regeln gerade verschärft, was diese Geschäfte für viele Kreditinstitute schon seit einiger Zeit unattraktiver macht. So hat die US-Bank Morgan Stanley ihr Ölhandelssparte bereits an den russischen Staatskonzern Rosneft verkauft. Auch die Deutsche Bank steigt gerade aus dem Bereich aus. JP Morgan begründete die Pläne für den Verkauf der Sparte mit den schärferen Auflagen und politischem Druck.

(reuters/sda/vst/sim)