«Gibt es überhaupt eine Krise in der Schweiz?», wurde am Anfang der Veranstaltung gefragt. Matthias Mölleney, Leiter des Center for Human Resources Management and Leadership der HWZ, präsentierte eine ernüchternde Studie über die Reaktionen von jungen Leuten in Europa auf die Krise. Diese Generation stuft ihre Chancen auf einen guten Job als eher schlecht ein. Sie findet, dass sie zu wenig Erfahrung habe. Viele junge Menschen sind offen, in einem anderen europäischen Land zu arbeiten. Das heisst also auch in der Schweiz.

Die Schweiz selbst war allerdings nicht Gegenstand der Studie. Somit ging es in der Diskussion vor allem darum, zu sehen, inwieweit diese Ergebnisse übertragbar sind. «Ich nehme Schweizer Jugendliche nicht als niedergeschlagen wahr», meinte Karin Schwiter, Oberassistentin an der Abteilung Wirtschaftsgeografie der Universität Zürich. Man müsse nicht damit rechnen, dass die Jugendarbeitslosigkeit in der Schweiz so hoch wie in anderen europäischen Ländern werde, meinte auch Bruno Sauter, Leiter des Amts für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Zürich. Zum Teil ist dies dem Schweizer Bildungssystem zu verdanken: Fachhochschulabsolventen sind zum Beispiel am wenigsten von der Arbeitslosigkeit betroffen. Beat Schwab, Leiter der Abteilung Human Resources bei Cisco Systems, machte klar, dass immer gute, engagierte Mitarbeiter gesucht werden. Armin Meier, Managing Director von Boyden Schweiz, fügte zum Thema «Krieg der Talente» hinzu, dass er zurzeit eher einen Krieg «der Spezialisierung» sehe.