Der neue Kuoni-Group-Chef Zubin Karkaria will den Reisedienstleister stärker als Outsourcing-Partner für Staaten und Behörden positionieren. Neben dem angestammten Geschäft mit Visa sieht Karkaria Wachstumschancen in der Identitätsüberprüfung von Menschen, auch in biometrischer Weise.

Ebenso will er mit dem Verarbeiten von Aufenthalts- und Arbeitsbewilligungen wachsen. «Hinzu kommen viele mögliche Anwendungen wie etwa Geburts- oder Todesurkunden, Ausweise und Lizenzen aller Art. Für die indische Regierung etwa sind wir tätig im Bereich Grundbucheinträge», sagt Karkaria in seinem ersten Interview als Chef der Kuoni Group.

«Alle drei Divisionen weiterentwickeln»

Ausserdem distanziert sich der aus Indien stammende Karkaria von Marktgerüchten über eine allfällige Abspaltung weiterer Geschäftsbereiche. «Als ich am 5. November als Konzernchef angetreten war, habe ich klar gesagt, dass es mein Plan ist, alle drei Divisionen weiterzuentwickeln, die heute die Kuoni Group bilden. Und dies ist zurzeit weiterhin mein Plan», stellt Karkaria klar.

Dass die Kuoni Group ihre Reiseveranstalter verkauft habe, sei der richtige Entscheid gewesen, sagt Karkaria. Und es habe nicht daran gelegen, dass die Firma den digitalen Wandel verschlafen habe: «Kuoni hat nicht die digitale Umwälzung verpasst – sondern sich dazu entschieden, auf Bereiche zu fokussieren, in denen wir Marktleader sein können und dies mit sehr moderner digitaler Infrastruktur.»

Inder auf den Titlis gebracht

Im Exklusiv-Interview mit der «Handelszeitung» zeigt sich der in Dubai lebende Karkaria als grosser Fan der Schweiz. Seine Kuoni-Karriere startete er vor bald zwei Jahrzehnten in Indien: «Mein allererster Job war es, die Schweiz in Indien zu vermarkten! Und ich habe die Schweiz zwei Jahrzehnte lang verkauft. Ich war damals einer der Ersten, die Inder auf den Titlis und auf die Jungfrau gebracht haben.»

Der Kuoni-Group-Chef glaubt, dass die Schweiz in Indien auch heute noch ein hervorragendes Image habe: «Fragen Sie einen Taxifahrer in Mumbai, wo er am liebsten hinreisen möchte. Er wird die Schweiz nennen. Die Schweiz verfügt immer noch über den Wow-Faktor in Indien.»

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