Ausländische Investoren orientieren sich vorab an den Luxusimmobilien auf den griechischen Inseln. Für diese exklusiven Liegenschaften an bester Lage werden Preise zwischen 4000 bis 10000 Euro pro m2 bezahlt. Die Objekte sind nicht beliebig verfügbar. Entsprechend bezahlen heute die Käufer durchschnittlich einen Viertel mehr als zu Beginn des Aufschwungs 2003. Im Immobilienregister sind rund 70000 Besitzer mit einem ausländischen Pass eingetragen, allen voran Briten und Deutsche, aber auch Franzosen, Italiener und neuerdings zunehmend auch Schweizer finden Gefallen an einer Altersresidenz oder einem Zweitwohnsitz in Griechenland (siehe Kasten).

Das wachsende Interesse für Ferienzentren, Golfplätze und Hafenanlagen sorgt für ein unverändert hohes Preisniveau in diesem Zweitwohnungsmarkt. Es sind nicht nur Immoblien-Tycoons aus dem Westen, sondern ebenso reiche Oligarchen aus Russland und dem Ostblock, die sich um Luxusobjekte auf dem griechischen Archipel bemühen.

Auf dem Markt für gewerblich genutzte Immobilien sind die ausländischen Käufer bedeutend weniger anzutreffen. Überhaupt halten sich die Transaktionen im kommerziellen Sektor auf einem relativ niedrigen Niveau. Experten bezeichnen diesen Immobilienmarkt als flach. Im Gefolge der Finanzkrise sind die Verkaufsabschlüsse praktisch versiegt. Das hängt zum einen mit der Kreditverknappung durch die Banken zusammen, steht aber ebenso in Verbindung mit Renditeüberlegungen. «Solange die kommerziellen Mieten nicht zurückgehen, ist ein Immobilienbesitzer nicht gewillt, seine Liegenschaft zu einem tieferen Preis zu verkaufen», sagt Aristotelis Karitinos, Chef Real Estate bei der National Bank. Im Vergleich zu anderen Ländern, wie etwa Grossbritannien oder Spanien, sind die Preise in Griechenland nur modert nach oben geklettert. Es gab keine Überhitzung am Immobilienmarkt.

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Kein Zwang zum Verkauf

Solange aus Liquiditätsgründen kein Zwang zum Verkauf von Liegenschaften besteht, bleiben die Besitzer während der aktuellen Wirtschaftskrise auf ihren Objekten sitzen, vor allem wenn die Mieteinnahmen weiterhin fliessen. Die Preise haben sich zwar virtuell verringert, aber das spiegelt sich nicht in der realen Wirtschaft, weil es derzeit praktisch keine Transaktionen gibt.

Immobilienspezialist Karitinos schätzt die Werteinbussen bei den gewerblich genutzten Liegenschaften auf 15 bis 20% ein. Er sieht für das laufende Jahr eine weitere Abflachung beim Konsum. Das dürfte speziell die Quadratmeterpreise für neu erstellte Shopping-Centers in der Agglomeration Athen nach unten drücken.

Stabiler Wohnungsmarkt

Der Wohnungsmarkt ist bis anhin von der konjunkturellen Flaute und der Verteuerung bei den Hypotheken kaum betroffen worden. Aristotelis Karitinos führt dies auf die stark aufgesplitterte Bauwirtschaft mit über 4000 Anbietern zurück. Ohne eine bedeutende Zahl von Grossunternehmern fehle der Leverage-Effekt. Das hat zu keinen Überhitzungstendenzen in diesem wichtigsten Immobiliensegment geführt.

Die Anbieter von Liegenschaften sind zwar in der jetzigen Wirtschaftskrise bereit für einen Abschlag, aber der hält sich im Rahmen von 5%. «Insgesamt sind die Preise für Eigentumswohnungen und Wohnhäuser äusserst stabil geblieben», sagt Aristotelis Karitinos. Für Einfamilienhäuser an einer bevorzugten Lage in einem Vorort von Athen werden derzeit Quadratmeterpreise zwischen 2000 und 3000 Euro bezahlt. Die Banken haben allerdings ihre Finanzierungspraxis verschärft.