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Olympia
Die SRG klotzt in Sotschi

Abschlussfest in Vancouver 2010: Auch in Sotchi wird ganz gross aufgetragen. (Bild: Keystone)

Für das Schweizer Radio und Fernsehen werden an den Winterspielen in Sotschi über 230 Mitarbeitende im Einsatz stehen. In diesem Punkt hat die Schweiz Österreich und Deutschland schon geschlagen.

Von Tobias Keller
am 17.01.2014

Noch ist das Olympische Feuer nicht entzündet. Trotzdem laufen rund um die Erde schon längst Vorbereitungen für die 22. Olympischen Winterspiele. Die Herkulesaufgabe kommt aber erst. Damit weltweit Millionen von TV-Zuschauern die Wettkämpfe im russischen Sotschi verfolgen können, braucht es riesige Fernsehteams. Auch die kleine Schweiz steht nicht abseits. Und in Sachen Personalaufwand mischt sie im Vergleich mit Österreich und Deutschland ganz vorne mit.

Insgesamt hat die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft SRG 340 Mitarbeitende vor Ort im Einsatz, wobei 105 Mitarbeiter im Rahmen eines Auftrages zur Produktion der Skirennen vom Veranstalter gemietet werden. 235 sind also ausschliesslich für die Schweizer TV-Zuschauer an der Arbeit. Einzelheiten zum Deal gibt die SRG nicht bekannt. Nur so viel will sie sagen: Es sei ein «kommerzieller Auftrag mit einem positiven Ergebnis».

Mehr als doppelt so viele wie ORF

235 SRG-ler halten als Versorgungstruppe für die Sportverrückten zwischen Genf, Basel, Rorschach und Genf in Sotschi die Stellung. Das ist extrem viel, wie ein Vergleich zeigt. Bei den östlichen Nachbarn vom ORF sind nur gerade 100 Mitarbeitende in Sotchi im Einsatz und für 400 Stunden Olympiasport verantwortlich. Das entspricht 42 Prozent des Personalaufwandes der SRG. Dabei hat der Sender ORF1 mit einer durchschnittlichen Tagesreichweite von 3,7 Millionen fast doppelt so viele Zuschauer wie SRF1 mit rund 1,988 Millionen.

Die beiden deutschen öffentlich-rechtlichen deutschen Sender ARD und ZDF spannen für die Spiele in Russland zusammen. 450 Personen umfasst das Personal der beiden Sender, die jeden Tag 40 Millionen Menschen in Deutschland erreichen. «Gegenüber Vancouver 2010 hat sich das Sport-Team insgesamt um über 90 Personen verringert», erklärt die ARD gegenüber handelszeitung.ch.

Mehrsprachige SRG

Auch um Geld wird kein Geheimnis gemacht: «Die Kosten für die Sportübertragung reduzieren sich gegenüber 2006 in Turin um 2 Millionen Euro, gegenüber Vancouver 2010 um rund 5 Millionen.» Insgesamt hätten ARD und ZDF die Produktions- und Redaktionskosten um rund 30 Prozent reduziert und somit den Rotstift angesetzt, erklären die Verantwortlichen.

Die SRG verweist in Sachen hoher Personalaufwand auf die Mehrsprachigkeit der Schweiz. Das erhöht die Kosten logischerweise. Doch ein Rechenspiel sei trotzdem erlaubt: Der ORF braucht für 8,5 Millionen Einwohner gerade mal ein 100 Leute umfassendes Olympia-Team. Die ARD und das ZDF stellen das Team im Verhältnis 50:50 – was 225 Personen pro Sender ausmacht. 

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