Hedgefonds bieten interessante Anlagemöglichkeiten, erfordern aber mehr Fachwissen als herkömmliche Investments. Neben der Strategie- und Managerauswahl müssen europäische Hedgefonds-Investoren wegen Regulierungsbestrebungen immer mehr die rechtlichen Strukturen berücksichtigen, nicht zuletzt aus Steuergründen.

Hedgefonds mit Registrierung in Offshore-Domizilien wie den Cayman Islands oder den British Virgin Islands sind immer noch mit grossem Abstand am meisten verbreitet. Die Einführung der europäischen Gesetzgebung über alternative Fondsmanager (AIFMD) dürfte aber ihren Vertrieb in der EU tendenziell einschränken. Das «Euro-Pass»-Regime für Offshore-Fonds sollte ab 2013 in Kraft treten und im Prinzip einen vereinfachten Vertrieb solcher Offshore-Fonds innerhalb der EU ermöglichen. Die Erträge von Offshore-Fonds werden in vielen europäischen Ländern als Einkommen versteuert, was ihre Attraktivität verringert.

Managed Accounts

Klar von der Anlageform des Offshore-Fonds zu unterscheiden sind Managed Accounts. Dabei handelt es sich um separat geführte Konten, in denen der Anlagemanager dieselbe Strategie zuhanden eines Einzelkunden umsetzt, die er auch im Hauptfonds verfolgt. Der Anleger erhält so vollumfängliche Transparenz hinsichtlich der Anlagepositionen und eine allgemein bessere Liquidität. Managed Accounts haben aber drei Hauptnachteile. Erstens kann die Performance von der des Hauptfonds abweichen. Zweitens sind die Gebühren allgemein höher. Drittens weigern sich führende Hedgefonds oft, Managed Accounts anzubieten, weil sie höheren Verwaltungsaufwand vermeiden und ihre Strategien nicht offenlegen möchten.

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Indes hat die Bereitschaft der Hedgefonds, Managed Accounts anzubieten, nach der Kreditkrise 2008 substanziell zugenommen. Gemäss der jüngsten Branchenumfrage von Credit Suisse Prime Services bieten 47 Prozent der Hedgefonds Managed Accounts an, während weitere 39 Prozent dies für die Zukunft planen. Nur 9 Prozent der Manager bieten UCITS-III-Produkte an; 41 Prozent ziehen eine entsprechende Lancierung in Betracht.

Onshore-Fonds gemäss UCITS III

Worum geht es bei UCITS III? Die UCITS-Regulierung wurde von der EU ursprünglich geschaffen, um den grenzüberschreitenden Verkauf und Vertrieb von Anlagefonds zu erleichtern. Sogenannte UCITS-III-Fondsprodukte werden durch die EU reguliert und müssen diverse Anforderungen erfüllen, unter anderem:

Fondsliquidität: Zeichnungen erfolgen zum Nettoinventarwert (NAV) plus Zeichnungsgebühren, Rücknahmen zum NAV abzüglich Rücknahmegebühren. Ein UCITS-Fonds muss mindestens zweimal pro Monat eine Rücknahme bieten.

Zielpublikum: UCITS-Fonds stehen sämtlichen Anlegern offen.

Diversifizierung: UCITS dürfen maximal 5 Prozent ihres Vermögen in Wertschriften desselben Emittenten halten.

Hebeleffekt: UCITS dürfen sich in Derivaten engagieren, aber das Netto-Exposure gegenüber Derivaten darf 100 Prozent des verwalteten Netto-Gesamtvermögens nicht übersteigen. Bis 10 Prozent der Vermögen können fremdfinanziert werden, sofern die Fremdfinanzierung vorübergehend ist und nicht Anlagezwecken dient.

Risikomanagement: Ein UCITS-Fonds muss Mindestanforderungen hinsichtlich des Risikomanagements erfüllen, wie z.B. die Überwachung derivativer Positionen.

Rechnungsprüfung/-legung: UCITS-Fonds sind zu externen und unabhängigen Rechnungsprüfern, Buchhaltern und Depotbanken verpflichtet.

Leerverkäufe: UCITS-Fonds dürfen keine physischen Leerverkäufe von Wertschriften tätigen, können dies aber indirekt mittels Derivaten tun.

Steuern: Erträge von UCITS-III-Hedge-fonds werden in der EU als Kapitalgewinn versteuert und schneiden diesbezüglich besser als Offshore-Hedgefonds ab.

UCITS-Vehikel weisen diverse potenzielle Nachteile auf, unter anderem reduzierte Flexibilität der Anlagestrategie, erhöhtes Tracking-Error-Risiko, möglicherweise weniger Performance als Offshore-Fonds und ein reduziertes Spektrum an Anlagemöglichkeiten. Vor allem aber eignen sich UCITS-III-Struktu- ren nicht für alle Hedgefonds-Strategien. Am geeignetsten erscheinen sie für solche, die in liquide Instrumente investieren - das sind insbesondere Long/Short Equity, Global Macro und Managed Futures.

UCITS-Fonds mittelfristig populär

Laut Eurekahedge verwalten UCITS-Fonds Vermögen von rund 131 Milliarden Dollar, sie erfreuen sich bei grossen Hedgefonds-Gruppen wachsender Beliebtheit. Die Zunahme von UCITS-III-Fonds muss nicht notwendigerweise auf Kosten bestehender Hedgefonds gehen, könnten Erstere doch durchaus eine neue Gruppe von Kunden anziehen. Erste Reaktionen lassen auf Interesse sowohl privater als auch institutioneller Kunden schliessen. Wir gehen davon aus, dass UCITS-III-Hedgefonds einen wachsenden Marktanteil in Europa erobern.