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Die Swiss fliegt mehr Gewinn ein

Swiss: 2015 verzeichnete die Fluggesellschaft einen neuen Passagierrekord.  Keystone

Mehr Passagiere und billiges Öl: Die Swiss schreibt 2015 das drittbeste Ergebnis ihrer Geschichte. Das letzte Quartal verlief aber nicht wunschgemäss.

Veröffentlicht am 17.03.2016

Die Fluggesellschaft Swiss erwirtschaftete 2015 mit weniger Umsatz mehr Gewinn. Der Ertrag sank zwar um 3,5 Prozent auf knapp über 5 Milliarden Franken. Dies sei vorwiegend durch den hohen Wettbewerbsdruck und den daraus resultierenden Zerfall der Durchschnittserlöse geschuldet, schreibt die Swiss in ihrer Mitteilung. Zudem hätte auch die Aufhebung des Euro-Mindestkurses den Umsatz belastet. Im Video-Interview mit der «Handelszeitung» äusserte sich Swiss-Chef Thomas Klühr zu den Aussichten der Airline.

Das adjustierte Betriebsergebnis erhöhte sich um 34 Prozent auf rund 450 Millionen Franken. Allerdings sagt die Swiss in ihrer Mitteilung nicht, um welche Faktoren der operative Gewinn angepasst wurde. Auf dieser Berechnungsgrundlage sei aber das drittbeste Ergebnis der Firmengeschichte erzielt worden, hiess es.

Schwaches Schlussquartal

Im vierten Quartal lief es aber nicht so rund: Der Betriebsertrag sank um 6 Prozent auf 1,2 Milliarden Franken. Der operative Gewinn brach um 39 Prozent auf 52 Millionen Franken ein.

Als Ursache für diese schlechte Gewinnentwicklung gibt die Lufthansa-Tochtergesellschaft Swiss wie viele Firmen in solchen Situationen das hohe Niveau des Vorjahresergebnisses an. Der Gewinneinbruch sei laut einem Communiqué vom Donnerstag nämlich im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass im vierten Quartal 2014 Einmaleffekte im Zusammenhang mit Auflösung von Rückstellungen und veränderter Bewertung der Bonusmeilen den Gewinn erhöht hatten.

Mehr Passagiere

Dass es trotzdem im vierten Quartal nicht so rund für die Swiss lief, zeigt sich an anderen branchenüblichen Kennzahlen. So ging von Oktober bis Dezember der Sitzladefaktor um 0,7 Prozentpunkte auf 81,9 Prozent zurück. Die verkauften Sitzkilometer reduzierten sich um 1,2 Prozent. Die beförderten Frachttonnenkilometer wiesen ein markantes Minus von 10,2 Prozent auf und der Frachtladefaktor lag um 3,3 Prozentpunkte unter Vorjahreswert.

Im Geschäftsjahr 2015 hat die Swiss unterm Strich aber 0,9 Prozent mehr Passagiere befördert. Damit hat die Fluggesellschaft mit 16,3 Millionen Passagieren einen neuen Rekord aufgestellt. Das Angebot war um 1,1 Prozent mehr Sitzkilometer ausgeweitet und die Anzahl verkaufter Sitzkilometer um 0,8 Prozent gesteigert worden. Die Auslastung der Flüge sank daher um 0,3 Prozentpunkte auf 83,4 Prozent.

Positiver Blick auf 2016

Für das laufende Geschäftsjahr sieht sich die grösste Schweizer Fluggesellschaft gut aufgestellt. Das Wettbewerbsumfeld bleibe äusserst anspruchsvoll und die Ergebnisentwicklung bleibe – wie bei jeder Airline – stark von der Entwicklung des Erdölpreises sowie den Währungsrelationen abhängig.

Das Ergebnis soll aufgrund der besonderen Währungssituation mit dem starken Franken leicht unter dem Niveau des Vorjahres zu erliegen kommen.

Lufthansa zahlt Dividende

Konzernmutter Lufthansa steigert dank niedriger Spritkosten und guter Geschäfte der Passagier-Airlines den Jahresgewinn deutlich. Das Betriebsergebnis (bereinigtes Ebit) stieg 2015 um 55 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro, wie die Lufthansa am Donnerstag mitteilte. Wegen des Gewinnwachstums werde eine Dividende von 50 Cent je Aktie gezahlt. Für 2014 hatte der Konzern die Gewinnbeteiligung aufgrund hoher Verluste gestrichen. Nach Aussagen des Vorstands sollen die Geschäfte auch weiter gut laufen: In diesem Jahr werde das bereinigte Ebit den Vorjahreswert leicht übersteigen.

Das abgelaufene Jahr war hart für die Lufthansa. Im März lenkte der Copilot eine Maschine der Tochter Germanwings in einen Berg – alle 150 Menschen an Bord kamen ums Leben. Zudem legten Flugbegleiter und Piloten wegen Tarifstreitigkeiten wiederholt die Arbeit nieder.

(sda/reuters/jfr)

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