Die Zinsen von fünfjährigen Festhypotheken liegen aktuell bei rund 2,6%. Grund für die historisch tiefen Sätze ist der nach wie vor ausgetrocknete Obligationenmarkt mit entsprechend tiefen Renditen. Vieles deutet jetzt aber auf einen Anstieg der langfristigen Zinssätze hin: Die Nationalbank kauft seit letztem Herbst keine Frankenobligationen mehr, um die Wirtschaft mit zusätzlichem Geld zu versorgen. Und wegen der verbesserten Konjunkturdaten sinkt die Nachfrage nach sehr sicheren Wertpapieren. Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen, werden Festhypotheken teurer. Verschiedene Zinsprognosen rechnen bis Ende 2010 mit einem Zinsanstieg von rund 0,5 Prozentpunkten. Wer eine Festhypothek abschliessen möchte, sollte also möglichst bald handeln. Aber wie können Wohneigentümer von den tiefen Zinsen profitieren, deren Hypothek erst in ein paar Monaten oder in einem Jahr fällig wird?

Zinssatz im Voraus festlegen

Der Zinssatz einer Festhypothek lässt sich in der Regel bis zu einem Jahr im Voraus festlegen. Solche sogenannten Termin-Festhypotheken (auch Forwardhypotheken genannt) haben normalerweise einen höheren Zinssatz als sofort beginnende Festhypotheken. Wenn ein Zinsanstieg absehbar ist, kann sich eine Termin-Festhypothek aber trotzdem lohnen. Ein Beispiel: Eine siebenjährige Festhypothek kostet heute rund 3%. Eine gleich lange Festhypothek, die heute abgeschlossen, aber erst in einem Jahr ausbezahlt wird, kostet rund 3,4%. Auf den ersten Blick lohnt sich die frühzeitige Zinsabsicherung dann, wenn die Zinsen in einem Jahr mehr als 0,4 Prozentpunkte höher sind als heute. Profis rechnen allerdings anders. Sie vergleichen die Kosten bei gleicher Zinsbindung miteinander. Möchte man die Zinsen für die nächsten sieben Jahre anbinden, muss die Termin-Festhypothek ab dem Auszahlungstag in einem Jahr nur sechs Jahre laufen. Eine Termin-Festhypothek für sechs Jahre kostet aktuell rund 3,2%. Der Abschluss der Terminhypothek lohnt sich bei dieser Betrachtungsweise bereits bei einem Zinsanstieg um mehr als 0,2 Prozentpunkte.

Libor-Hypothek bleibt attraktiv

Nach wie vor eine interessante Alternative zu einer Festhypothek ist eine Geldmarkthypothek (auch Libor-Hypothek genannt), die ebenfalls mit Zinsabsicherung erhältlich ist. Der Zinssatz für eine Geldmarkthypothek, die alle drei Monate dem aktuellen Zinsniveau angepasst wird, liegt aktuell bei rund 1,1%. Das sind fast 2 Prozentpunkte weniger, als eine siebenjährige Festhypothek zurzeit kostet. Der Zinssatz von Geldmarkthypotheken richtet sich nach dem Libor-Zinssatz, der indirekt durch die Nationalbank gesteuert wird. Die Nationalbank hat Mitte Dezember bekanntgegeben, dass sie ihren expansiven Kurs beibehalten werde. Sie hat aber auch erwähnt, dass die Inflationsprognose eine baldige Abkehr von der Tiefstzinspolitik möglich machen könnte. Es ist somit durchaus möglich, dass die Nationalbank das Zielband für den Dreimonate-Libor im zweiten Halbjahr um 0,25 bis 0,75 Prozentpunkte anhebt. Die Zinsen für Geldmarkthypotheken könnten folglich bis Ende Jahr auf knapp 2% steigen. Auch nach einem solchen Anstieg wären Geldmarkthypotheken in einem Jahr aber noch immer deutlich günstiger als Festhypotheken. Wer einen stärkeren Zinsanstieg erwartet, sollte die Geldmarkthypothek mit einer Zinsabsicherung kombinieren - einem sogenannten Cap.

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