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Konzerne und Startups
Die Tücken der Paartherapie

ARCHIV - 23.06.2016, Berlin: Junge Leute arbeiten im Agora Collective - Center for Contemporary Practices, einem Coworking Space in der Hauptstadt. (Zu dpa Studie: Investments in deutsche Start-ups steigen - Berlin liegt vor Paris") Foto: Jörg Carstensen/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ (KEYSTONE/DPA/Jörg Carstensen)
Gründer in Konzernstrukturen haben es oft schwerQuelle: Keystone .

Es ist gut, dass Grossfirmen immer mehr von Startups lernen. Aber auch die Schwächen der Gründer sollten hin und wieder angesprochen werden.

Kommentar  
Von Stefan Mair
am 02.11.2018

Die Zusammenarbeit von Startups und Grossfirmen gilt als ein Allheilmittel. Und wie jedes Allheilmittel sorgt auch dieses für viele enttäuschte Erwartungen. Nicht selten wird das Startup, das mit der Grossfirma arbeiten soll, zur intern isolierten ­geschützten Werkstatt. Oft genug enden solche ­Kooperationen mit der Überzeugung von Gründerinnen und Gründern, dass die «Legacy Company» zum Untergang verdammt ist – auch wenn davon natürlich nie in einer Pressemitteilung zu lesen ist.

Es ist daher verdienstvoll, dass sich Startup-­Experte Christoph Birkholz als Schweizer Paar­therapeut für Firmen etabliert. Sein online frei zugänglicher Leitfaden, wie die Kooperation von Gross- und Neufirmen besser funktioniert, ist erhellend. Nicht nur weil er mit akademischer Hilfe der besten Unis des Landes die Dinge beim Namen nennt: Viele Firmen leiden unter dem Corporate-immune-Syndrom. Neues wird von Hierarchien und Entscheidungsmembranen erfolgreich abgestossen. Auch das Carreer-over-customer-Syndrom leuchtet ein: Warum Kundenwünsche analysieren, wenn es mehr nützt, der Schleimspur des Chefs zu folgen?

In der nächsten Auflage des Leitfadens wünsche ich mir aber noch mehr Diagnosen für die Pathologien der Startup-Gründer. Eine erfolgreiche Paartherapie beginnt bekanntlich damit, dass man die Fehler nicht nur beim anderen sucht.

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