Die Zusammenarbeit von Startups und Grossfirmen gilt als ein Allheilmittel. Und wie jedes Allheilmittel sorgt auch dieses für viele enttäuschte Erwartungen. Nicht selten wird das Startup, das mit der Grossfirma arbeiten soll, zur intern isolierten ­geschützten Werkstatt. Oft genug enden solche ­Kooperationen mit der Überzeugung von Gründerinnen und Gründern, dass die «Legacy Company» zum Untergang verdammt ist – auch wenn davon natürlich nie in einer Pressemitteilung zu lesen ist.

Es ist daher verdienstvoll, dass sich Startup-­Experte Christoph Birkholz als Schweizer Paar­therapeut für Firmen etabliert. Sein online frei zugänglicher Leitfaden, wie die Kooperation von Gross- und Neufirmen besser funktioniert, ist erhellend. Nicht nur weil er mit akademischer Hilfe der besten Unis des Landes die Dinge beim Namen nennt: Viele Firmen leiden unter dem Corporate-immune-Syndrom. Neues wird von Hierarchien und Entscheidungsmembranen erfolgreich abgestossen. Auch das Carreer-over-customer-Syndrom leuchtet ein: Warum Kundenwünsche analysieren, wenn es mehr nützt, der Schleimspur des Chefs zu folgen?

In der nächsten Auflage des Leitfadens wünsche ich mir aber noch mehr Diagnosen für die Pathologien der Startup-Gründer. Eine erfolgreiche Paartherapie beginnt bekanntlich damit, dass man die Fehler nicht nur beim anderen sucht.

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