Die Olympischen Spiele von 2004 haben dem Projekt der Metro Athen die entscheidenden Impulse verliehen. Zuvor herrschte im innerstädtischen Verkehr ein unsägliches Chaos. Mittlerweile ist die griechische Hauptstadt zu einem Vorbild für den öffentlichen Verkehr geworden. Stadtplaner stufen die U-Bahn als modernstes System Europas ein. Das gilt sowohl für die Ästhetik und Architektur, ebenso wie den reibungslosen Betrieb.

Das Netz wird ständig erweitert. Als neueste Etappe geht im kommenden Sommer die verlängerte Linie 2 bis Elliniko beim alten Athener Flughafen in Betrieb. Das Baulos wurde dem grischen Baukonzern Aktor zugesprochen, der mit den Arbeiten plangemäss vorankommt. Rund 30 Meter unter der Erdoberfläche sind in einem riesigen Gewölbe die letzten Arbeiten für den Endbahnhof im Gang. Finanziert wird das 170-Millionen-EuroProjekt je zur Hälfte durch den europäischen Strukturfonds EIB und den griechischen Staat.

Neue Stadtviertel erschlossen

Beim jüngsten Teilstück der Athen Metro kommen 5,5 Kilometer mit vier Stationen dazu. Allein diese Erschliessung von neuen Stadtvierteln führt der U-Bahn rund 60 000 weitere Fahrgäste zu. Mit dieser Expansion wächst das Netz auf über 60 Kilometer. Doch damit soll noch längst nicht Schluss sein. Es gibt Pläne, das Metrosystem im Endausbau auf acht Linien mit 220 Kilometer Länge und 200 Stationen auszudehnen. Derartige Überlegungen wurden allerdings angestellt, bevor das Mittelmeerland in die Krise geriet. Der europäische Strukturfonds hat seit 1994 über 1,5 Milliarden Euro in den Ausbau der Athener Metro gesteckt. Jetzt wird das Geld für neue Projekte im hoch verschuldeten Griechenland zweimal umgedreht. Trotzdem: Der Ausbau wird weitergehen, wenn auch vielleicht nicht mehr im gleichen Tempo wie früher.

Anzeige