Es ist der Ausstieg der Woche: Dass der Singapurer Staatsfonds GIC sein Investment bei der UBS reduziert, kam für die Märkte überraschend. Immerhin realisiert der bislang grösste Einzelaktionär einen Verlust von etwa 5 Milliarden Franken - bei einem Investitionsvolumen von 340 Milliarden Dollar zwar verkraftbar, aber dennoch ärgerlich.

Die Grossbank gibt sich gelassen: GIC bleibe ja weiter mit 2,7 Prozent beteiligt, und dass die eigene Investmentbank die Anteile platzieren durfte, bestätige das weiterhin gute Einvernehmen. Zudem gingen die Aktien sofort weg. Alles gut.

Nach oben geht wenig

Doch der Ausstieg zeigt auch: Die UBS ist Opfer ihrer neuen Strategie. Es war immer das Ziel der aktuellen Führung, zu einem langweiligen Investment zu werden. Die schnellen Profitsucher hat sie aus ihrem Aktionariat gedrängt, gewünscht ist der Langfrist-Anleger. Das heisst im Umkehrschluss: Wer in naher Zukunft einen höheren Return will, ist bei der UBS falsch.

Offenbar sieht der neue GIC-Anlagechef wenig Chancen, dass die Aktie zügig von 16 auf 25 Franken springt. Sie ist ja schon gut bewertet: Als eine der wenigen europäischen Vergleichspapiere wird sie über Buchwert gehandelt. Der Ausstieg sei ein weiteres Indiz, dass das Aufwärtspotenzial limitiert ist, betont dann auch die ZKB. Das ist eben der Preis dafür, dass keine «wild horses» bei der Grossbank mehr herumspringen. Banking als Utility: Die UBS nähert sich ihrem Ideal.

Dieser Text ist ein Auszug aus dem BILANZ-Briefing von Chefredaktor Dirk Schütz – dem wöchentlichen Blick auf die Köpfe der Wirtschaft aus unserer exklusiven Insider-Perspektive. Abonnieren Sie hier Ihr wöchentliches Briefing.

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