«Uns stehen noch ein, zwei schlechte Aktienjahre bevor», prognostiziert Heinz Zimmermann, Professor für Finanzmarkttheorie an der Universität Basel. Er erwartet zudem weitere Überraschungen in den Jahresberichten der Banken. Ebenso problematisch wie die Wertberichtigungen der Banken beurteilt Zimmermann die rechtlichen Klagen, die jetzt auf die Banken zukommen werden. «Juristische Risiken sind die schlimmsten Risiken für die Finanzmärkte», meint er, «denn man weiss nie, was kommt und wie lange es dauert.»

Klagen bergen hohe Risiken

Ein juristisches Nachspiel wird es vermutlich für die UBS geben, die bereits mit mehreren Sammelklagen von amerikanischen Aktionären und mit einer Klage der deutschen HSH Nordbank konfrontiert ist. Darüber hinaus befürchten Analysten, dass die UBS nochmals bis zu 15 Mrd Dollar abschreiben muss. Angesichts des jüngsten Beinahe-Kollapses der US-Investmentbank Bear Stearns steigen die Ängste um die Zukunft der grössten Schweizer Bank.

Die Frage, ob die Schweizerische Nationalbank im Notfall nach dem Vorbild ihres US-Pendants einer UBS stützend unter die Arme greifen würde, bleibt seitens der SNB unbeantwortet. Es gebe keinen Grund für solche Überlegungen, da die UBS nach wie vor zu den bestkapitalisiertesten Banken zähle, so ein Sprecher der SNB.

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Modelle für faule Kredite

Analysten zweifeln, ob das in naher Zukunft und mit allfälligen weiteren Abschreibern so bleiben wird, und entwerfen daher Zukunftsszenarien. Ein Modell zur langfristigen Sicherung und Sanierung der Bank wäre die Auslagerung der faulen Geschäfte in eine separate Geschäftseinheit. Pikant daran: Ausgerechnet ein Analyst von Bear Stearns hat dieses Szenario für die UBS entworfen.