Die positive Kaufstimmung hat im vergangenen Jahr im Schweizer Personenwagenmarkt zu einem Absatzplus von fast 7 Prozent geführt. Die Importeure und Verkäufer von leichten Nutzfahrzeugen konnten dieses Plus mit 12,1 Prozent sogar noch übertreffen. Andererseits können die Importeure und Händler schwerer Nutzfahrzeuge mit dem Absatzjahr 2010 gar nicht zufrieden sein, hier resultierte ein Minus von einem Fünftel auf insgesamt 3439 Fahrzeuge. Allerdings muss gleich angefügt werden, dass der momentane Bestellungseingang bei den schweren Lastwagen etwa 3700 Einheiten beträgt, was Grund zu Hoffnung bedeutet.

Die Leichten hatten es vergangenes Jahr durchaus leichter, wieder auf annehmbare Absatzzahlen zu kommen. Mit insgesamt 24 246 verkauften Lieferwagen und Transportern bis 3,5 Tonnen Gesamtgewicht wurde das beste Volumen seit mehr als acht Jahren erreicht. Während in den beiden unteren Gewichtsklassen (bis 2225 Kilo beziehungsweise 2226-2600 Kilo Gesamtgewicht) nur einstellige Zuwachsraten erreicht wurden, legten die beiden oberen Kategorien ab 2,6 Tonnen um über 17 Prozent beziehungsweise 11 Prozent zu. Vor allem die Kategorie 3451-3500 Kilo erfreut sich wieder grösserer Beliebtheit als im Jahr 2009, können doch mit diesen Fahrzeugen bis rund 5 Tonnen Güter transportiert werden, dies ohne Fahrbeschränkung in der Nacht und am Sonntag. Für zeitsensible Güter - man denke etwa an die Belieferung der Garagen mit Ersatzteilen, an Pharmasendungen, an Zeitungen oder Expresspakete - spielen diese Fahrzeuge eine wichtige Rolle.

Bei den kleinsten Lieferwagen, den sogenannten Multi-Use-Kombis oder Stadtlieferwagen, welche sowohl für den gewerblichen wie den privaten Gebrauch eingesetzt werden können, wurde in den letzten Jahren das Modellangebot ständig erweitert. Heute kann aus einer Auswahl von über 15 Modellen das geeignete Fahrzeug ausgewählt werden.

Anzeige

VW bleibt unangefochten Nummer eins

Bei den leichten Lieferwagen und Transportern hat Volkswagen als meistverkaufte Marke ihre Spitzenposition halten können, vor Renault und Mercedes, die beide einen Rang nach oben rückten. Kräftig zulegen konnte bei den leichten Nutzfahrzeugen Mitsubishi mit einem Plus von rund 66 Prozent. In der in der Schweiz eher schwach besetzten Klasse von 3,5-12 Tonnen Gesamtgewicht reduzierten sich die Immatrikulationen um 14 Prozent auf 521 Einheiten. Ebenfalls ein Minus von je rund 25 Prozent resultierte in den beiden nächsthöheren Fahrzeugkategorien von 12,1-18 Tonnen und von 18,1-26 Tonnen. Bei beiden wirkten sich die wieder zugelassenen Fahrzeuge aus, die während der Wirtschaftsflaute vorübergehend stillgelegt worden waren. In beiden Kategorien stehen die Trucks mit dem Stern an der Spitze der Zulassungsliste.

Bei den ganz schweren Fahrzeugen ab 26 Tonnen Gesamtgewicht resultierte ein deutlich kleineres Minus als bei den übrigen schweren Fahrzeugen. Insgesamt wurden vergangenes Jahr 778 Lastwagen ab 26 Tonnen Gesamtgewicht neu in Verkehr gesetzt. Die gute Auslastung der Bauindustrie hat sicher zu diesem Resultat beigetragen.

Zum Teil veränderte Marktanteile

Im Bereich ab 3,5 Tonnen Gesamtgewicht wurden insgesamt 3439 Lastwagen (-20,4 Prozent) neu in Verkehr gesetzt. Einige Anbieter konnten dabei ihren Marktanteil erhöhen, so etwa MAN von 14,7 auf 17,8 Prozent, Scania von 14,4 auf 15 Prozent und DAF von 4,9 auf 5,7 Prozent. Mercedes, Volvo, Iveco und Renault mussten mit leicht verminderten Marktanteilen vorliebnehmen.

Angesichts der teilweise schon wieder recht erfreulichen Konjunkturentwicklung können auch die Importeure und Händler von Nutzfahrzeugen in der Schweiz positiv(er) in die Zukunft blicken. Ähnlich tönte es im Übrigen auch von den Herstellern; deren Produktionsanlagen sind bereits wieder praktisch voll ausgelastet.

Anzeige