Analysten und UBS-Aktionäre blicken gespannt auf den morgigen Dienstag. Dann wird die grösste Bank der Schweiz ihre Zahlen zum ersten Quartal präsentieren. Zudem lädt die UBS zum Investorentag nach Zürich. Neben dem Ergebnis stehen die weiteren Pläne zu den Kosteneinsparungen sowie der Abbau von Risikoaktiven im Fokus.

Die Bank steht unter Druck. Sie muss die Aktionäre zufriedenstellen. Der Kurs der UBS-Aktien kam in den vergangenen Monaten nicht vom Fleck. Schuld daran ist vor allem die Tatsache, dass es mit dem Abbau von nicht zum Kerngeschäft gehörenden Geschäftsbereichen zu wenig schnell vorwärts geht. Das passt den Aktionären gar nicht. 

Ziel verschoben

Dieser Abbau ist das Zentrum des von der UBS vorgelegten Programms zur Kostensenkung. Damit will UBS-Boss Sergio Ermotti eine Eigenkapitalquote von 15 Prozent erreichen. Das Ziel hatte er ursprünglich für das Jahr 2015 anvisiert. Als er das Sparprogramm im Oktober 2012 ankündigte, freuten sich die Aktionäre.

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Der Aktienkurs kletterte in den folgenden zwölf Monaten um knapp 60 Prozent in die Höhe. Die Schweizer Bankenaufsicht machte Ermotti jedoch einen Strich durch die Rechnung. Sie verlangte ein höheres Eigenkapital für das Kreditausfallrisiko. Ermotti verschob sein Ziel im Oktober 2013 um ein ein Jahr auf 2016. Seither ist der Kurs um rund 4 Prozent gesunken. 

«Der Markt glaubt nicht an diese Ziele»

Dass die UBS ihre Zielvorgaben erreicht, glauben viele Analysten nicht. Laut einer Umfrage von Bloomberg rechnen Analysten im Schnitt mit einer erreichten Quote von 12,9 Prozent. Morgan-Stanley-Analyst Huw van Steeni sagt zur Nachrichtenagentur, dass die UBS ihr Abbau-Programm beschleunigen sollte, um die Profitabilität zu steigern. «Die Bank muss den Abbau von nicht zum Kerngeschäft gehörenden Positionen forcieren», so der Analyst.

Die Aktiven ausserhalb des Kerngeschäfts kommen der UBS jeweils teuer zu stehen. Sie fressen die Ressourcen auf und generieren Verluste. Ende 2012 hatten diese Positionen laut Bloomberg einen Umfang von 102,5 Milliarden Franken. UBS will diese Ende 2015 auf rund 55 Milliarden Franken reduzieren. Vielen Experten reicht das nicht. Sie verlangen daher für den morgigen Tag, dass die UBS einen neuen Zeitplan für den Abbau dieser Positionen vorlegt. «Damit würde das Vertrauen der Investoren wachsen», so ein Analyst zu Bloomberg. 

Die UBS muss noch mehr Personal abbauen

Ein weiterer entscheidender Faktor sind die Einsparungen bei der Belegschaft. Die UBS kündigte 2012, die Mitarbeiterzahl auf 54'000 senken zu wollen. Ende des letzten Jahres waren gut 60'200 Angestellte beschäftigt. Die UBS müsse bis Ende 2015 noch immer rund 2,1 Milliarden Franken einsparen, sagt ein Analyste von JP Morgan gegenüber Bloomberg.

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Er rechnet daher mit einem weiteren Abbau von Stellen. Ein anderer Analyst sagt der Agentur: «Der Markt glaubt nicht an diese Ziele.» Es sei zwar schon viel getan worden. Doch die UBS müsse ihre Bemühungen beschleunigen.