Die Wettbewerbskommission (Weko) entscheidet bis spätestens Ende April, mit welchen Auflagen Mobilfunkbetreiberin Orange ihre Konkurrentin Sunrise schlucken darf. Während man in der Branche bisher davon ausging, dass die Weko den Deal locker durchwinken werde, deutet nun vieles darauf hin, dass es doch Auflagen gibt.

Die Weko steckt allerdings in der Zwickmühle: Jede Auflage erhöht für die neue Orange die Kosten - und hält damit das Preisniveau hoch. Genau das Gegenteil, nämlich tiefere Preise, will die Weko erreichen. Für Matthias Finger, Professor für Infrastrukturmanagement an der ETH Lausanne, ist der Weko-Entscheid äusserst heikel: «Hier illustriert sich der nach dem letztjährigen Wirtschaftsnobelpreisträger benannte ‹Williamson trade-off›, also ein Zielkonflikt zwischen Effizienzsteigerungen auf der einen und Marktkonzentration auf der anderen Seite.»

Laut Recherchen der «Handelszeitung» stehen derzeit zwei mögliche Auflagen im Zentrum. Die erste: Die neue Orange wird den Namen Sunrise und wohl damit verbundene Tiefpreisangebote einige Zeit weiterführen müssen. Die zweite: Die neue Orange könnte verpflichtet werden, die Verträge mit Wiederverkäufern wie Coop, Aldi oder Cablecom weiterzuführen. Dies wäre heikel, weil einzelne Verträge bald auslaufen. Bei den betroffenen Firmen selbst sieht man dies indes anders.

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Sunrise-Chef Christoph Brand sagt im «Handelszeitung»-Interview: «Ich kann mir keine sinnvolle Auflage vorstellen, die nicht letztendlich nur der Swisscom nützt.» Orange-Sprecherin Therese Wenger erklärt: «Jegliche Auflagen würden die dominante Stellung von Swisscom weiter stärken und das geplante Unternehmen unnötig einschränken.»