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Die wenigsten Nutzer shoppen per Alexa

Amazon Alexa
Amazon Alexa: Nutzer hören lieber Musik, als per Sprachbefehl einkaufen zu gehen. Quelle: Keystone

Einkaufen per Sprachbefehl? Viele scheitern offenbar schon beim Versuch. Das zeigen Nutzerzahlen von Amazon-Insidern.

Karen Merkel
Von Karen Merkel
am 17.08.2018

«Alexa, bestell mir Kleenex», schnieft ein Grippekranker. Alexa ordert und fragt zuvorkommend zurück: «Soll es auch Hühnersuppe sein?» Der Grippekranke sinkt dankbar zurück ins Kopfkissen. Auf diese Weise coloriert Alexa die schöne, neue Konsumwelt im Youtube-Clip für «Voice Shopping». Online-Einkauf per Sprachbefehl, die nächste Revolution im Retail, so wird getrommelt.

Auch wenn Amazon, Google und Co. Sprachassistenten als den Nabel der Welt der Zukunft anpreisen, Shopping per Sprachbefehl verbreitet sich offenbar nur äusserst zögerlich. Nur 2 Prozent aller Nutzer kaufen bisher per Sprachassistent ein, berichtete das Tech-Portal «The Information» unter Bezug auf zwei Amazon-Insider (siehe hier, bezahlpflichtig). Bei 50 Millionen verkauften Alexa-Geräten wären das also rund 100'000 Nutzer.

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Interessant ist auch, dass laut «The Information» erheblich mehr Nutzer einen Kauf versucht haben, rund 1 Million Nutzer. Nur jeder zehnte hielt aber bis zum geglückten Einkauf durch. Offenbar sind die Hürden in der Anwendung noch zu hoch.

Amazon Prime lohnt für Schweizer nicht

In den USA ist das Shopping per Sprachbefehl am weitesten fortgeschritten. Allerdings müssen Alexa-Nutzer ein Prime-Abonnement abschliessen, wenn sie von dem Shopping-Angebot profitieren wollen (siehe hier ein Test). Dann können sie in ausgewählten Städten auch von der Lieferung innerhalb von zwei Stunden profitieren – wohl die Voraussetzung dafür, dass ein Grippekranker auf eine Alexa-Order zurückgreifen würde, wenn er dringend Kleenex braucht.

Für die Schweiz ist das allerdings nach wie vor keine Option. Hierzulande haben zwar laut Schätzungen immerhin rund 100’000 Nutzer ein Prime-Abo gebucht, wie Handelszeitung berichtete. Auf die Shopping-Vorteile haben Herr und Frau Schweizer aber keinen Zugriff – sie können lediglich Video- und Musikstreaming nutzen. Amazon Video kann aber auch einzeln gebucht werden, für den günstigeren Preis von 6 Franken im Monat.

Interessant ist auch, dass Google Home als Konkurrenzprodukt zu Alexa aufholt, wie der Datendienst eMarketer ausweist. Nutzten im vergangenen Jahr noch 11 Millionen Nutzer Google Home im Vergleich zu 31 Millionen Alexa-Usern, sollen es bis 2020 bereits 25 Millionen Google Home Nutzer sein im Vergleich zu 46 Millionen Alexa-Nutzern.

Amazon Alexa vs Google Home
Nutzer von Amazon Alexa und Google Home im Vergleich, Prognosen für die Zukunft.
Quelle: eMarketer