TREIBSTOFFE. Die Rekordmarken an Tankstellen für Benzin und Diesel werden noch bis Jahresende Bestand haben. Erst für Anfang 2008 können Autofahrer wieder mit sinkenden Spritpreisen rechnen. «Im 1. Quartal 2008 wird die Marktsituation wieder dominieren und die Spekulation weniger Einfluss auf den Ölpreis haben. Wir rechnen damit, dass sich dann die Preislage beruhigen wird», sagte Heino Elfert, Herausgeber des Erdöl Energie Informationsdienstes (EID).

Derzeit sei Rohöl um 20 bis 30% zu teuer, weil Spekulanten an den Terminbörsen noch auf steigende Preise bis zu 100 Dollar je Fass setzten. «Es ist genug Öl vorhanden. Die Preise liegen also nicht an dem Verhältnis aus Angebot und Nachfrage», sagte Elfert. Die Wette an den Finanzmärkten auf höhere Preisstände werde dann vorbei sein, wenn die 100-Dollar-Marke erreicht sei. «Dann werden die Gewinne mitgenommen. Danach gehen die Spekulationen wieder auf fallende statt auf steigende Preise», sagte der renommierte Energie-experte. Auch grosse Mineralölkonzerne erwarten zum Jahresfang 2008 eine Trendwende. Das 4. Quartal 2007 ist wegen des beginnenden Winters stets der Zeitraum der grössten Nachfrage des Jahres. Ab Januar beruhigt sich die Lage, der geringere Absatz drückt dann meist auf die Preise. «Niemand weiss zwar, was geopolitisch etwa im Iran passieren wird. Aber normalerweise müssten wir im Anfangsquartal 2008 wieder eine Beruhigung an den Ölmärkten sehen», sagte ein Manager des Ölkonzerns BP.

Preise steigen im Gleichschritt

Unterdessen belegen jüngste Zahlen des Fachdienstes EID, dass sich der Rohölpreis auf der einen und der Tankstellen- sowie Heizölpreis auf der anderen Seite zuletzt im Gleichschritt bewegt haben. So hat sich Rohöl seit August 2007 bis heute um rund 23% verteuert. Parallel dazu sind die Preise am Beschaffungsmarkt in Rotterdam für Superbenzin um 20%, für Diesel um 36% und für Heizöl um 27% gestiegen. An den Tankstellen wiederum ist seit August Benzin um 24%, Diesel um 36% und Heizöl um 18% teurer geworden. Der Abstand beim Heizöl lag an der saisonbedingt noch geringen Nachfrage.Die Ölexperten schliessen daraus: Weder haben Mineralölkonzerne unverhältnismässig hohe Preise an den Tankstellen oder im Heizölhandel durchgesetzt, noch haben sie derzeit einen grossen Nachholbedarf, die gestiegenen Be-schaffungskosten auch bei den Verkaufspreisen weiterzureichen.

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