ANTIQUITÄTEN. Die Hofburg Messe Wien, bei der diesen November 47 Kunsthändler aus dem deutschsprachigen Raum ihre Kostbarkeiten anbieten, ist bekannt für ihr bedeutendes Angebot an Mobiliar, das von der Zeit um 1600 bis zum Art Déco reicht. Walter Moskat bringt eine Zirbenholztruhe aus dem Ötztal, um 1590, und einen Montafoner Tisch mit Schieferplatte, um 1790, auf die Messe. Runge zeigt einen musealen Lambacher Vierjahreszeiten-Schrank sowie eine Lambacher Truhe mit Vogelsängerbukett von Mathias Huember, entstanden um 1770/80. Das Kunsthaus Wiesinger setzt einen Schwerpunkt auf Mobiliar bedeutender Meister der zweiten Hälfte des 18. Jhs. aus Frankreich. Die Galerie bei der Albertina präsentiert dagegen begehrte Möbel von Josef Hoffmann: Einen Schrank aus Buche mit Silbereichendekor, um 1910, und eine Vitrine, ausgeführt von J. & J. Kohn. Im Bereich des Designs setzt die Galerie bei der Albertina einen Schwerpunkt bei Objekten von Dagobert Peche. Gezeigt werden u.a. ein aufwendig gearbeiteter vergoldeter Spiegel aus dem Jahre 1922 sowie zwei versilberte Tischlampen aus dem Nachlass des Architekten Urban.

Venezianisches Glas

Auf dem Sektor Glas bietet die Messe einen Querschnitt durch fünf Jahrhunderte: Kovacek Spiegelgasse bringt eine ganze Reihe aussergewöhnlicher Sammlerstücke, wie einen grossen Deckelpokal in Fadenglastechnik «vetro a retorti», der aus Venedig, Ende des 16. Jhs. stammt. Zwei Pokale mit der Ansicht von Burg Steyersberg und Burg Kranichberg wurden 1816 von Gottlob Mohn gemalt. Wiener Ansichten und Biedermeier-Motive zieren die Ranftbecher von Anton Kothgassser. Auf dem Gebiet des Jugendstilglases sind neben den französischen Glaskünstlern wie Gallé und Daum auch Otto Prutscher und Koloman Moser mit einer kleinen Sammlung von Gläsern hervorzuheben. Auf dem Silbersektor präsentiert Sonja Reisch bedeutende Objekte aus der Österreich-Ungarischen Monarchie des 18. bis 20.Jhs., z.B. einen sehr schönen Empire-Samowar aus der 2. Hälfte des 18. Jhs. für 15000 Euro.