Die Bauwirtschaft verzeichnet nach wie vor eine gute Geschäftslage, auch wenn sich die Bautätigkeit leicht rückläufig verhält. In den nächsten Monaten dürfte sich der Auftragseingang stabilisieren, was sich laut Konjunkturforschungsstelle der ETH KOF in stagnierenden bis rückläufigen Wohnbauinvestitionen zeigt.

Ein Blick auf die Perspektiven 2010 und 2011 lässt erwarten, dass sich die Wirtschaft zunehmend positiv entwickelt und - was sich für die Bauinvestitionen besonders erfreulich auswirkt - das Zinsniveau historisch tief liegt. Dazu zeigen die Erhebungen von Wüest & Partner einen Nachfrageüberhang bei Renditeliegenschaften, in dem Immobilien sowohl als direkte wie auch als indirekte Anlageobjekte stark nachgefragt sind.

Wirtschaftsbau abgeschwächt

Der im 1. Quartal 2010 recht lebhaft angelaufene Wirtschaftsbau hat sich nicht als nachhaltig erwiesen. Da auch die abnehmende Wohnraumplanung zu einer seitwärts tendierenden Wohnraumproduktion führt, spricht der neue Bauindex Schweiz vom Mai für das 2. Quartal 2010 von einer fortgesetzten Abschwächung im Hochbau. Da die Planungs- und Realisierungsphase von Mehrfamilienhäusern lang ist, die Nachfrage nur langsam abebbt und die Zahl der im Bau befindlichen Wohnungen hoch ist, dürfte daher auch in der 2. Jahreshälfte nicht mit einem Umsatzeinbruch zu rechnen sein.

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Ein Blick auf die Baukonjunktur zeigt, dass einem weiterhin hohen Investitionsvolumen beim Mehrfamilienhausneubau sowie im Umbau- und Erneuerungsbereich rückläufige Werte beim Bau von Geschäftsgebäuden und Einfamilienhäusern gegenüberstehen. Der Immobilienmarkt profitiert im Moment von Sonderfaktoren wie hohe Zuwanderung und tiefe Zinsen. Das führt dazu, dass trotz intensiver Wohnbautätigkeit das Mietwohnungsangebot bisher problemlos absorbiert worden ist.

Hoher Nachfragebedarf

Bei den Eigentumswohnungen stellt Wüest & Partner eine massive Verteuerung in den vergangenen Jahren fest und führt das auf einen zinsreduzierten Nachfrageschub zurück. Diese massiv gestiegenen Angebotspreise haben der starken Nachfrage keinen Abbruch getan, was sich jedoch bei einem Zinsanstieg rapide ändern könnte. Auch bei den Einfamilienhäusern haben die rekordtiefen Hypothekarzinsen ihre Auswirkungen auf das Preisniveau gezeigt. In einzelnen Regionen wie Zürich und Genf erlebten die angebotenen Objekte eine exorbitante Preissteigerung.

Bei den Mietwohnungen hat sich der Preistrend entgegen den Erwartungen zu Ende des vergangenen Jahres weiter nach oben entwickelt, doch werden für die nächsten Monate stagnierende, wenn nicht sogar rückläufige Preise erwartet. Am Büroflächenmarkt sind die Preise zwar angestiegen, doch wird das auf qualitative Veränderungen des Angebots und Verschiebungen in der Angebotsstruktur zurückgeführt.