D as seit 1860 ausgeprägte Bevölkerungswachstum wird sich auch in den kommenden Jahren fortsetzen und im Jahr 2036 seinen Höhepunkt erreichen, wobei die Einwanderung der Hauptfaktor für die Zunahme der ständigen Wohnbevölkerung ist. Danach beginnt die Einwohnerzahl langsam zu sinken.

Interessant ist die Betrachtung der Entwicklung der altersspezifischen Nachfragegruppen. So wird die Zahl der für den Wohnungsmarkt besonders relevanten Altersklassen der 25- bis 54-Jährigen in Zukunft abnehmen, und zwar nicht nur relativ, sondern auch absolut. Nach einem weiteren Wachstum bis 2014 werden diese Generationen, die noch zu Beginn des Jahrtausends rund vier Fünftel des Nachfragepotenzials am Wohnungsmarkt bildeten, bis 2050 um rund 400000 Personen abnehmen. Ein entgegengesetzter Trend lässt sich für die Altersgruppen der letzten Lebensphasen feststellen. Der Anteil der 55-Jährigen und Älteren wird von heute 28,1% auf fast 41% im Jahre 2050 ansteigen. In absoluten Zahlen heisst das: Wenn heute in der Schweiz rund 2,1 Millionen Frauen und Männer 55 oder älter sind, werden es in knapp 45 Jahren über 1,1 Millionen mehr sein. Allein die Zahl der Menschen im sogenannten «vierten Lebensalter» (80 und mehr) wird sich bis 2050 auf beinahe eine Million fast verdreifachen.Die beiden Entwicklungen weisen für die nächsten Jahre auf der einen Seite auf eine stagnierende oder sogar abnehmende Nachfrage nach grossen Familienwohnungen, auf der anderen Seite auf einen Nachholbedarf an altersgerechten Neu-, aber auch Umbauten hin. Da eine der wichtigsten Nachfragegruppen auf dem Wohnungsmarkt in Zukunft die Gruppe von Menschen in der Nachfamilienphase und im Rentenalter bilden wird, sollten die bestehenden und zukünftigen Wohnangebote grundsätzlich den individuellen Bedürfnissen dieser Gruppe Rechnung tragen. Das Wohnangebot muss modernisiert und ergänzt werden, wobei die Sanierungen konsequent vor dem Hintergrund der demografischen Alterung geplant werden müssen.

Gute Aussichten für Bauwirtschaft

Der wachsende Modernisierungsmarkt bietet der Bauwirtschaft ein aussichtsreiches Betätigungsfeld. Die demografische Entwicklung garantiert auch privaten Heimbetreibern hohe Wachstumsraten, wobei der Markt für Seniorenresidenzen erste Sättigungserscheinungen zeigt. Doch neben diesen teuren Angeboten braucht es in Zukunft auch weiterhin günstige Wohnangebote für ältere Menschen mit wenig Geld. Das vergleichsweise hohe Durchschnittsvermögen der älteren Altersgruppen darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch in Zukunft die Mehrheit der älteren Menschen ihre Nachfrage ausserhalb der Seniorenresidenzen artikulieren wird.

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