Technologisch wird Cloud Computing oft mit Software-as-a-Service (SaaS) und ASP, dem Hosting von Applikationssoftware, entweder gleichgesetzt, verwechselt oder bekämpft. «Cloud» leitet sich aus den «Wolken» ab, welche IT-Fachleute in den USA für das Internet einsetzen, weil hier unklar ist, auf welchen exakten Wegen Daten von einem Punkt zu einem anderen bewegt werden.

Cloud Computing abstrahiert nicht nur die Verbindungen, sondern auch die ganze dahinter stehende Infrastruktur mit Servern, Speichersystemen, Applikations- und Systemmanagementsoftware. Anwender haben, so die Vision, dannzumal einen einfachen Zugriff auf diese «Wolke», so wie sie heute in jedem Zimmer Strom aus der Steckdose beziehen können.

Umkämpfter Markt

ASP-Modelle bilden zusammen mit SaaS die erste Basis auf dem Weg zum Cloud Computing. SaaS ist inzwischen Big Business. Das Unternehmen Appiro beispielsweise ist sowohl mit Salesforce.com als auch mit Google verbunden und verkauft Service-Leistungen sowie Applikationen, die mit beiden Plattformen arbeiten. Diese Plattformen werden laut den Analysten der Citigroup eine wichtige Arena beim Kampf um die Dominanz und den Zugang zum Cloud Computing sein.

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Salesforce.com propagiert die Force.com-Plattform und hat über Partnerfirmen damit im Firmenbereich auch grosse Kunden mit Tausenden von Anwendern gewonnen. Amazon ist hierzulande vor allem als Online-Warenhaus bekannt, aber die Dienste EC2 und S3 sind bei Firmenanwendern beliebt. Im Vergleich zu denen des Salesforce.com-Universums sind sie aber vergleichsweise spartanisch. Amazon gilt vor allem als günstiger Anbieter von Server- und Speicherkapazitäten.

Google hat seine App Engine, und verschiedene Firmen wie OpSource, Savvis oder IBM hosten die Infrastruktur für SaaS-Anbieter. Auch der Speicher- und Infrastruktur-Softwarekonzern EMC mischt beim Cloud Computing mit. «Unser Ansatz ist ein vollständig integrierter und basiert auf einer starken strategischen Partnerschaft mit Cisco und unserem Tochterunternehmen VMware», sagt Jacques Boschung, Managing Director von EMC in der Schweiz.

Die Vblock-Lösung beinhaltet sämtliche Komponenten für Cloud Computing: Ein Unified Computing System und Netzwerkkomponenten von Cisco, das Cloud Operating System von VMware und die Informationsinfrastruktur von EMC. «Alles ist nicht nur aufeinander abgestimmt und betriebsbereit, sondern wird auch durch eine einzige Service- und Supportorganisation unterstützt», sagt Boschung zu den Vorteilen seiner Lösung. Zudem bietet EMC neben diesem «Standard-Menu» auch ein «A-la-carte-Menu», in welchem EMC die eigenen Komponenten mit solchen von Anbietern wie beispielsweise Microsoft oder Brocade offeriert.

Business liegt auf der Hand

«Wir wären dumm, wenn wir nicht massiv in Cloud Computing investieren würden», erklärt Boschung weiter. Neben den Storage-Komponenten im Vblock bietet EMC mit Ionix eine Systems-Management-Lösung für die Verwaltung und Automatisierung von Cloud Computing und mit Data Loss Prevention- und Security Information und Events Management-Lösungen der Security-Division RSA und Backup/Recovery-Lösungen an.

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«Eine vollständige Virtualisierung des Rechenzentrums ist Voraussetzung für Cloud Computing. Sie beginnen damit, Ihre Server zu virtualisieren, dann virtualisieren Sie das Netzwerk und zu guter Letzt die Informationsinfrastruktur», so Boschung.

Das EMC-Standard-Menu Vblock wird gegenwärtig entweder von Cisco oder EMC oder dann einem der grossen Systemintegratoren wie Accenture oder CSC als Generalunternehmer bzw. alleiniger Vertragspartner vermarktet. «Mit der nächsten Ankündigung verfügen wir über kleinere Vblocks, die sich dann auch für den Midmarket eignen und damit auch über unsere Premier-Solution- Partner vertrieben werden können», verrät EMC-Schweiz-Chef Boschung.