Kostensenkungen, Kapazitätsreduktion und Liquiditätssicherung stehen heute ganz oben auf der Managementagenda. Doch Unternehmen, die ihre Kompetenzen und Ressourcen ausschliesslich auf das Überleben konzentrieren, laufen Gefahr, Chancen für den Aufschwung zu übersehen. Beispiele aus der Vergangenheit zeigen, wie mutige Schritte die Wettbewerbsposition nachhaltig verbessern können.

So hat der Sportartikelhersteller Puma in der Abschwungphase Anfang der 90er-Jahre radikale Kostensenkungen mit einer neuen Markenausrichtung kombiniert. Ryanair hat nach den Terrorangriffen auf das World Trade Center in 100 neue Boeing-737-Maschinen investiert und die Flugrouten innerhalb Europas ausgebaut. Und Apple brachte zur gleichen Zeit - und trotz gedrückter Konsumentenstimmung - den relativ teuren iPod auf den Markt.

Den Beispielen liegen drei Leitmotive zugrunde: Der Fokus lag immer auf den Kunden; die Unternehmen wagten, gegen den Strom zu schwimmen; und sie erkannten und steuerten die Kostentreiber aktiv.

«Wer sich zurücklehnt, bereut»

Sicherlich, die Sicherung des Fortbestandes des Unternehmens hat oberste Priorität. Doch sobald das Überleben gesichert ist, müssen sich Unternehmen die Frage stellen: Wie können wir eine güns-tige Marktsituation nutzen, um das Wachstum des Unternehmens zu steigern, das Know-how auszuweiten und neue Märkte durch Akquisitionen zu erschliessen? Schnelligkeit ist dabei der wesentliche Erfolgsfaktor, denn die Konkurrenz schläft nicht.

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Auch Thomas Buberl, CEO von Zurich Schweiz, weist auf diesen Faktor hin: «Wer sich heute zurücklehnt oder nicht schnell genug reagiert, wird das morgen bereuen. Die Rezession bietet Chancen, die es zu nutzen gilt.» Neben der Schnelligkeit ist sowohl die Wahl der richtigen Strategie als auch ihre Durchsetzung zentral. Wer jetzt erfolgreich die Chancen nutzt, wird im kommenden Jahrzehnt zu den High Performern seiner Branche zählen.