Urbanisierung, Industrialisierung, Globalisierung und Bevölkerungswachstum sind die Ursachen für eine stetig steigende Energienachfrage. Auf der anderen Seite schrumpft das Angebot; die Entdeckung und somit auch die Erschliessung neuer Ölquellen geht von Jahr zu Jahr weiter zurück. Dauerhaft hohe Preise für fossile Brennstoffe sind die Folge.

Grundsätzlich gibt es zwei Wege, dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Der erste ist die Verwendung alternativer Energiequellen. Die Klimaziele der EU (siehe Kasten) können alleine nicht zu einem nachhaltigen Preisrückgang an den Rohölmärkten führen. Zusätzlich – und das ist der zweite Weg – muss der Energieverbrauch pro Kopf sinken. Dieser angestrebte Rückgang der Nachfrage hat nicht nur wirtschaftliche Ursachen, sondern spielt zudem eine wichtige Rolle im Rahmen der Klimapolitik zur Reduktion der weltweiten CO2-Emissionen.

Das Einsparen von Energie kann vor allem durch eine effizientere Nutzung erfolgen, etwa durch den Einsatz weiterentwickelter Technologien. Einsparpotenzial weist der gesamte Prozess von der Herstellung bis zur Nutzung durch den Endverbraucher auf: Bereits bei der Erzeugung geht mehr als die Hälfte der Energie verloren, und auch der Transport schlägt mit einem Verlustpotenzial von 8% zu Buche.

Anzeige

Glühbirnen als Stromfresser

Nutzt der Endverbraucher handelsübliche Glühbirnen, gehen 95% der Energie verloren, da nur 5% des Stroms in Licht umgewandelt werden. Auch beim Heizen wird häufig Energie verschwendet, bei unzureichender Isolierung etwa bis zu 80% der gelieferten Wärmeenergie. Die EU schätzt, dass sich allein im privaten Wohnbereich bis zum Jahr 2020 insgesamt bis zu 27% des Energieverbrauchs einsparen lassen.

Mit dem Ziel, die Energieeffizienz zu erhöhen, diskutiert die EU Mindeststandards für Häuser, Autos und elektrisches Equipement, die der Reduzierung der Treibhausgasemissionen und der Bekämpfung des Klimawandels dienen sollen. In den USA wur- den Energieeffizienzstandards bereits gesetzlich verankert, sowohl im Gebäude- als auch Automobilbereich. Der sogenannte CAFE (Corporate Average Fuel Economy)-Standard beispielsweise schreibt Automobilherstellern vor, dass Fahrzeuge ab 2020 in der Lage sein müssen, mit einer Gallone (knapp 4 l) Treibstoff 35 Meilen (56 km) zurückzulegen.

Die Nachfrage für Produkte und Serviceleistungen im Bereich Energieeffizienz wird massiv steigen. Dies ist auch das Resultat der immer stärkeren Wahrnehmung von Umweltproblemen im Zusammenhang mit dem Klimawandel. Das haben auch Unternehmen erkannt und ihre Produktion entsprechend erweitert oder umgestellt. So hat im Automobilsektor beispielsweise Continental mit dem Kauf der Siemens VDO die Expertise im Bereich Energieeffizienz erweitert. Direkteinspritzung und Hybridlösungen sollen den Wirkungsgrad des Antriebssystems erhöhen und rollwiderstandsarme Reifen mindern zusätzlich den Verbrauch.

Ein anderes Beispiel ist Asea Brown Boveri: Zu den wichtigsten Produkten von ABB gehörten in der Vergangenheit Kraftwerke. Inzwischen erwirtschaftet der Konzern knapp die Hälfte der Einnahmen aus Erzeugnissen zur effizienteren Übertragung von Elektrizität. Die verbleibenden Erträge sind der Sparte Automatisierungstechnik zuzuordnen. Hier verbessern Schaltanlagen, elektrische Sicherungen und Spannungsgeräte die Effizienz von Industrieanlagen und Prozessen. Das hilft nicht nur die CO2-Emissionen zu senken, sondern spart auch Kosten.

Fortschritte bei der Isolierung

Eine bessere Isolierung von Hausfenstern und Wänden führt zu ähnlich positiven Effekten. Je nach Art und in Abhängigkeit vom Energiepreis zahlt sich die Investition nach 2 bis 15 Jahren finanziell aus. Die britische SIG stellt dafür die passenden Produkte bereit und profitiert davon, dass immer mehr europäische Staaten, eine EU-Regelung vorwegnehmend, eine angemessene Isolierung fördern.