ENERGETISCHE EINSPARPOTENZIALE. Drei Faktoren werden die energieorientierten Entwicklungen in der Bauwirtschaft in Zukunft weiter vorantreiben: Die Notwendigkeit zur Reduktion der Klimaerwärmung und Treibhausgase, der deutliche Preisauftrieb bei fossilen Energieträgern und erfreulicherweise eine Vielzahl innovativer Lösungen und bautechnischer Verbesserungen, die dieser unbequemen Wahrheit gegenüberstehen.

Energieeffiziente Neubauten

In der Schweiz haben sich energieeffiziente Minergie- und Minergie-P-Bauten inzwischen erfolgreich durchgesetzt. Nullenergiehäuser, die kaum noch Wärme an die Aussenwelt abgeben und den Verbrauch ausschliesslich über erneuerbare Energie abdecken, sind auch in unseren Breitengraden realisierbar. Planer arbeiten bereits heute an Häusern, die mehr Energie produzieren als sie verbrauchen – jedes Haus ein kleines Kraftwerk.Abgelegt sind auch Vorurteile, wonach sich Energiesparmassnahmen nicht mehr mit einem ästhetischen Empfinden vereinbaren lassen oder mit geringerem Komfort verbunden sind. Das Gegenteil ist der Fall: Viele Massnahmen unter Einsatz entsprechender Materialien sind heute ästhetisch anspruchsvoll, lassen sich in Design und Formsprache integrieren und optimieren den Nutzkomfort für Wohn- und Arbeitsräume.

Erfolgreich sanieren

Die grössten Einsparpotenziale lassen sich allerdings über energetische Gebäudesanierungen erzielen. Liegt doch der Heizwärmebedarf eines Minergie-P-Hauses über zehnmal tiefer im Vergleich zu einem unsanierten Gebäude, das vor 1970 erstellt wurde.Das wirkliche Einsparpotenzial befindet sich im Bereich der Gebäudehülle. Welche intelligenten Wärmeschutzmassnahmen sich anbieten, ist jeweils abhängig vom Gebäudetyp. In den meisten Fällen sind Sparmassnahmen bereits dann wirtschaftlich, wenn eine zusätzliche Wärmedämmung mit ohnehin anstehenden Instandsetzungen oder Modernisierungen gekoppelt wird. Ein umfassender Modernisierungsfahrplan beantwortet daher eine Vielzahl von Fragen: Mit welchem Energieträger wird die neue Heizanlage betrieben? Wie lassen sich erneuerbare Energien sinnvoll nutzen? Welche Förderbeiträge reduzieren das Investitionsvolumen? Und nicht zuletzt: Wie wird sich eine nachhaltige Sanierung auf den zukünftigen Wert einer Liegenschaft auswirken?Die Aussicht auf energetische Vorteile und Senkung der Betriebskosten sind jedoch für viele Investoren noch nicht Anreiz genug. Dabei zeichnen sich schon heute weitere Kostenfaktoren ab: Geplant ist auch in der Schweiz ein landesweiter Energieausweis für Gebäude, der den Energieverbrauch deklariert. Eigentü-mer, Verkäufer oder Vermieter werden diesen verbrauchsbasierten Gebäudeleistungsschein potenziellen Käufern oder Neumietern vorweisen müssen. Bei einer Betrachtung der gesamten Lebenszykluskosten der Immobilie wird deutlich klar, dass sich energieeffiziente Investitionen langfristig lohnen.

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