Der Deutsche Automobilclub ADAC hat bei Fahrzeugen des BMW-Konzerns einen Softwarefehler aufgedeckt. Demnach hätten Hacker die Türen per Handy in Minutenschnelle öffnen können, ohne Spuren zu hinterlassen.

Betroffen von der Sicherheitslücke waren rund 2,2 Millionen Autos der Marken BMW, Mini und Rolls Royce, die mit Internetanschlüssen der Serie Connected Drive ausgestattet sind. Um keine kriminellen Nachahmer auf den Plan zu rufen, habe der ADAC mit der Veröffentlichung des Problems gewartet, bis BMW eine Lösung dafür gefunden hatte, schrieb der Automobilclub.

Automatisches Update

BMW erklärte, dass der «Zugriff auf fahrrelevante Funktionen» jederzeit ausgeschlossen gewesen sei. Zur Behebung des Problems sei zudem kein Werkstattaufenthalt nötig. Die Aktualisierung der Software laufe automatisch im Hintergrund, sobald sich das Fahrzeug mit dem BMW-Server verbinde, zum Beispiel wenn das Navigationssystem eingeschaltet würde.

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Sicherheitslücken aufgrund von Softwarefehlern sind bei Autos nicht neu. Bereits 2011 war es amerikanischen Universitätsforschern gelungen, mit Hilfe einer manipulierten Musikdatei in Computersysteme von General Motors und Ford vorzustossen. Ausserdem gelang es ihnen per WLAN Schadsoftware im Auto zu installieren.

Zugang zum BMW mit wenig Aufwand

Dennoch unterscheidet sich der aktuelle Fall bei BMW von früheren. Während bei diesen viel Fachwissen, spezielle Ausrüstung und oft ein direkter Zugang zum Autocomputer vonnöten war, war der Aufwand bei den BMW-Fahrzeugen laut ADAC relativ gering. Mit günstiger Hardware und einer frei verfügbaren Software habe man das Auto in wenigen Minuten öffnen können.

(sda/dbe)