Wo in gewissen Kreisen die Angst vor der Überfremdung seltsame Blüten treibt, werden andernorts die «Fremden» mit offenen Armen empfangen. Gerade die Innerschweiz scheint einen gewaltigen Nachholbedarf an Öffnung und Entwicklung zu verspüren – so, dass die Pläne von Samih Sawiris in Andermatt auf den fruchtbarsten Boden fielen. 3000 Gäste sollen dereinst im zum Edelresort umgebauten Andermatt residieren. Schon weiter ist das niederländische Unternehmen Landal Green Park, welches seit einem halben Jahr in Morschach am Vierwaldstättersee ein Feriendorf mit 42 Eigentumswohnungen unterhält. In Engelberg sollen nächstes Jahr sogenannte Long Stay Apartments errichtet werden. Und auch das malerisch gelegene Emmetten soll zu einem Feriendorf aus holländischer Hand kommen.

Diese Pläne haben einen grossen Einfluss auf die Region. Die Tourismus-Resorts und die Gäste wollen unterhalten werden – es siedeln sich mehr Personen in der Region an. Dies wiederum wirkt sich auf die Immobilienpreise aus. In Uri beispielsweise ist der Quadratmeterpreis in den letzten drei Jahren um schätzungsweise 8% gestiegen. Nach Fertigstellung und erfolgreicher Inbetriebnahme des Resort dürfte der Preis für den Quadratmeter Wohnfläche in Andermatt zu einem veritablen Höhenflug ansetzen – und die Hürde von 10000 Franken pro Quadratmeter knacken.

Lage bestimmt Preisentwicklung

Auch andere Faktoren wirken sich erhöhend auf die Immobilienpreise aus. «Lage, Lage, Lage» gilt nach wie vor, was die Preisentwicklung entlang der Gestade des Vierwaldstättersees von Merlischachen bis Brunnen beweist. Für gut gelegenesWohneigentum sind die Preise nach oben offen. Die Anbindung der Region ans Autobahnnetz, welche eine direkte Verbindung von Brunnen bis nach Zürich und den Flughafen zur Folge hat, verstärkt den positiven Trend. Zusätzlich anheizend wirkt ein Kaskaden-Effekt: Der für viele unerschwingliche Immobilienmarkt im Kanton Zug (Leerstandsziffer bei 1,5%) beispielsweise lässt die Einheimischen in die benachbarten Kantone abwandern, was die dortige Nachfrage stimuliert. Und was den Kanton Schwyz, namentlich die Region March & Höfe betrifft, so herrscht ein Engpass in Bezug auf Bauland. Denn das Gebiet am linken Zürichseeufer erfreut sich wachsender Beliebtheit, bei einer gleichzeitig unterdurchschnittlichen Angebotsmenge an Einfamilienhäusern. Auch im Bereich von Eigentumswohnungen ist eine Preissteigerung von bis zu 10% zu erkennen.

Anzeige

Steuerpolitik allein zählt nicht

Die Innerschweiz ist sehr heterogen – es können nicht alle Gebiete über einen Leisten geschlagen werden. An weniger privilegierten Lagen stagnieren zurzeit die Preise. Einzig eine attraktive Steuerpolitik allein macht noch keinen Sommer, wie periphere Regionen im Kanton Obwalden beweisen. Zwar haben viele Unternehmen und auch viele natürliche Personen ihren (Wohn)sitz hierhin verlegt – die Banken konnten bislang jedoch für 2007 noch keine stark erhöhte Nachfrage nach Wohneigentum feststellen. Abgesehen von Engelberg und Sarnen bewegen sich hier die Preise für Wohneigentum noch auf gemässigtem Niveau. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Wohnqualität im Herzen der Schweiz optimal ist und viele Zuzüger anzulocken vermag. Die diversen Resort-Pläne werden dem gesamten Gebiet noch eine zusätzliche Aufwertung in jeder Hinsicht bescheren.