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Diese Firma verantwortet die Versandpanne bei Raiffeisen

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Raiffeisen-Logo: 114 Kontoauszüge verwechselt. Quelle: Keystone

Das KMU Trendcommerce löste den Pannenversand der Raiffeisen aus. Die Firma zählt zum Portfolio der umstrittenen Investnet.

Karen Merkel
Von Karen Merkel und Sven Millischer
am 23.04.2018

Eine Panne zur Unzeit: Raiffeisen hat am 17. April 114 Bankbelege an die falschen Empfänger versandt. Der Grund: technische Probleme beim externen Provider, der den Versand verantwortet. Diese Angabe führt zu einem Unternehmen, das wie die Raiffeisen in St.Gallen sitzt: der Trendcommerce Group. Raiffeisen bestätigt, dass Trendcommerce auch die Bankbelege gehandhabt hat, die an die falschen Adressen gingen. «Beim externen Provider handelt es sich um die Trendcommerce AG», so ein Sprecher.

Trendcommerce ist auf Transaktionsdruck, Direct Marketing und Telefonmarketing spezialisiert und händelt seit 2012 sämtliche Bankbelege für über 200 Raiffeisenbanken und Niederlassungen aus einem Hochsicherheitsdruckzentrum in St. Gallens Westen, wie die Handelszeitung berichtete. «Stand heute» solle die Zusammenarbeit auch fortgesetzt werden, heisst es von Raiffeisen. Trendcommerce hat die Vorkommnisse laut «Blick» bestätigt.

Investnet im Mittelpunkt der Vorwürfe gegen Pierin Vincenz

Das Brisante: Nicht nur ist die Raiffeisen der wichtigste Kunde von Trendcommerce, die mit Start der Aufträge vor sechs Jahren auch 15 Raiffeisen-Mitarbeiter übernahm. Zusätzlich ist das KMU auch noch Teil des Portfolios von Investnet.

Die Beteiligungsfirma Investnet steht im Mittelpunkt der Vorwürfe gegenüber Ex-Raiffeisenchef Pierin Vincenz. Dieser hatte als Bankenchef eine Mehrheitsübernahme an Investnet eingeleitet. Derzeit wird juristisch aufgeklärt, ob der spätere Investnet-Präsident bereits damals auch seine eigenen Interessen vertreten habe.

Die vermeintlich «kleine Investnet» («Basler Zeitung») ist unterdessen alles andere als klein, wie Recherchen der Handelszeitung bereits im Dezember zeigten. Das rund 20-köpfige Investnet-Team verwaltet rund 300 Millionen Franken in zwanzig kleineren und mittleren Unternehmen.

Anders als üblich, haben einige der KMU im Portfolio – so auch Trendcommerce – enge wirtschaftliche Beziehung zu Raiffeisen gehabt, während diese die Mehrheit an Investnet hielt. Mittlerweile hat Raiffeisen die Beziehungen zu Investnet gekappt und die Mehrheitsanteile verkauft.

 

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