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Schwarzgeld
Diese Französin zwickt die UBS

Stéphanie Gibaud: «Ich sollte Akten vernichten.»  Dailymotion

Eine Ex-Kadermitarbeiterin von UBS Frankreich berichtet in einem Buch über ihre Erlebnisse mit der Bank. Die ist darob gar nicht erfreut.

Von Christian Bütikofer
am 06.02.2014

Stéphanie Gibaud wurde von der UBS Frankreich angeheuert, Reiche mit Vermögen ab 50 Millionen Euro als Kunden zu gewinnen. Die Französin hatte zwar keine Ausbildung im Bankenwesen, dafür war sie umso besser beim Organisieren von Luxusevents für die Gutbetuchten und zukünftigen UBS-Kunden. An jedem dieser Luxusevents seien UBS-Banker aus Lausanne, Basel, Genf oder Zürich präsent gewesen, schreibt Gibaud in ihrem heute erschienenen Buch* «La femme, qui on savait vraiment trop».

«Ich sollte Akten vernichten»

Als 2008 UBS-Banker Bradley Birkenfeld auspackte und der UBS-Steuerskandal in den USA seinem Höhepunkt zusteuerte, will auch Gibaud gewahr worden sein, dass UBS Frankreich aktiv an Steuerhinterziehung für die Kunden mitarbeitete. Als sie ihre Kollegen darauf aufmerksam machte, wurde sie zum Schwarzen Schaf - bald begann für sie die Hölle, so Gibaud.

«Sie verwechselt uns mit Euromillions»

Sie sei von oben angewiesen worden, ihre Akten zu vernichten. Als sie sich weigerte, sei sie massiv schickaniert worden. Seither hat sie UBS Frankreich auch auf Schadenersatz eingeklagt - und ein Buch geschrieben, das heute in «Le Parisien» vorgestellt wurde.

Der Frankreich-Chef von UBS Jean-Frédéric de Leusse bestreitet die Vorwürfe. Er kenne die Dame nicht, meinte er. Er habe aber das Gefühl, sie verwechsle die Bank mit Euromillions. Auf eine Anfrage reagierte UBS Schweiz bis zum Publikationszeitpunkt nicht.

 


Evasion fiscale chez UBS : une ex-employée... von leparisien

*«La femme, qui on savait vraiment trop», Stéphanie Gibaud, Cherche-Midi, 2014

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