Die portugiesische Krisenbank Espirito Santo wird gerettet – und die Anleger müssen die Zeche zahlen. Die Zentralbank des Landes veranlasste nun nicht nur eine Finanzspritze von 4,9 Milliarden Euro. Der Notfallplan sieht zudem vor, die Bank von faulenden Geschäften zu reinigen. Im Gegensatz zu früheren Rettungsaktionen sieht das Abwicklunsprogramm «überhaupt keine Kosten» für Staat und Steuerzahler vor, sagte Zentralbank-Chef Carlos Costa.

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Bluten müssen hingegen die Aktionäre. Allen voran die Crédit Agricole, die fast 15 Prozent der Anteile an der portugiesischen Bank hält. Das genossenschaftliche Institut aus Frankreich schrieb den Wert der Aktien der Espirito Santo komplett ab und teilte heute mit, eine Sonderbelastung von über 700 Millionen Euro hinnehmen zu müssen. Der Gewinn der Crédit Agricole brach dadurch im Frühjahrsquartal um fast 98 Prozent auf 17 Millionen Euro ein.

Swisscanto-Fonds hielten Anfang Jahr 9,2 Millionen Aktien

Inzwischen ist die Aktie der Espirito Santo gerade noch 12 Cent wert. Der Handel mit der Aktie wurde vorerst ausgesetzt. Dabei sah es im Frühjahr noch viel besser aus: Da hatte der Kurs zwischenzeitlich bei über 1,20 Euro gelegen. Aktionäre müssen sich nun womöglich mit dem Totalverlust abfinden. Schweizer Investoren würde ein solches Szenario vermutlich jedoch nicht allzu schwer treffen, wie eine Auswertung der letzten Zahlen des Finanzdienstleisters Bloomberg zeigt.

Demnach hielten die Fonds von Swisscanto im ersten Quartal 2014 schweizweit am meisten Anteile an der Espirito Santo – insgesamt rund 9,24 Millionen Aktien. Bei einem verwalteten Fondsvermögen von insgesamt mehreren Dutzend Milliarden Franken fällt dies indes nur schwach ins Gewicht. Laut Bloomberg rangierten die Swisscanto-Fonds damit auf Platz 22 der weltweit grössten Eigentümer der Espirito Santo.

Wie ein Swisscanto-Sprecher mitteilt, habe man aber schon im ersten Halbjahr 2014 den «Bestand an Aktien der Espirito Santo um 90 Prozent reduziert».

Credit Suisse und UBS folgen auf den Plätzen

Branchen-Schwergewichte wie Blackrock (261,4 Millionen Aktien), Goldman Sachs (107,2 Millionen Aktien) oder Vanguard (40,5 Millionen Aktien) hielten zu Jahresbeginn deutlich mehr Anteile. Direkt hinter Swisscanto findet sich der Bloomberg-Liste die Credit Suisse, die Anfang Jahr 8,1 Millionen Papiere der Espirito Santo hielt. Die UBS hielt demnach 2,35 Millionen Aktien.