Die Affäre um Abgasmanipulationen bei Volkswagen zieht weitere Kreise. In den USA entschuldigt sich VW – in Südkorea kündigte das Umweltministerium an, den Schadstoffausstoss von Diesel-Fahrzeugen der Marken VW und Audi zu untersuchen.

Betroffen seien 4000 bis 5000 Autos der VW-Modelle Jetta und Golf sowie des Audi A3, die 2014 und 2015 produziert worden seien. «Sollten die südkoreanischen Behörden Probleme in den VW-Diesel-Wagen finden, könnte die Untersuchung auf alle deutschen Diesel-Wagen ausgeweitet werden», sagte ein Ministeriumsvertreter.

DoJ ermittelt in den USA

VW drohen in den USA Milliarden-Strafzahlungen. Das Unternehmen hatte eingeräumt, dort bei Diesel-Fahrzeugen Software zur Manipulation von Abgasnormen eingebaut zu haben. Einem Agenturbericht zufolge hat das US-Justizministerium (DoJ) strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet. Das berichtete am Montag die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen in den USA.

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Im Skandal entschuldigte sich der Amerika-Chef von VW, Michael Horn bei der Präsentation eines neuen Passat-Modells in New York. «Wir waren unehrlich zur Umweltbehörde EPA, wir waren unehrlich zu den Behörden in Kalifornien und, am schlimmsten von allem, wir waren unehrlich zu unseren Kunden. Um es auf gut Deutsch zu sagen: Wir haben Mist gebaut.»

«Müssen unsere Autos in Ordnung bringen»

Volkswagen manipulierte die Motorelektronik von Dieselmodellen so, dass sie bei Tests bessere Abgaswerte als im Strassenverkehr vorgaukelt. Gerade mit den TDi-Direkteinspritzern wirbt der Konzern kräftig in den USA.

«Wir müssen unsere Autos in Ordnung bringen. Und wir müssen unser Verhältnis zu unseren Händlern und Kunden in Ordnung bringen», sagte Horn. Der Hamburger ist seit Anfang vergangenen Jahres Chef von Volkswagen in den USA. Im Werk Chattanooga in Tennessee wird der Passat auch produziert.

(sda/ise/chb)