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Dufry
Dieser Mann freut sich über den Handelsstreit

Julian Diaz
Julian Diaz: «Wenn es an der Grenze Steuern und Abgaben gibt, ist es für uns besser.»Quelle: ZVG.

Weltweit fürchten Unternehmen die Folgen eines Handelsstreits. Aber nicht alle: Dufry, Duty-Free-Weltmarktführer, sieht Chancen.

Veröffentlicht am 05.07.2018

Julian Diaz führt den weltgrössten Zollfrei-Händler Dufry. Und wittert gerade Morgenluft: «Wir sind nicht steuerpflichtig, wir sind nicht zollpflichtig», sagt Diaz in einem Interview mit der Nachrichtenagentur «Bloomberg». «Wenn es an der Grenze Steuern und Abgaben gibt, ist es für uns besser.» Im Klartext: Diaz gehört zu den wenigen Managern, die sich über den eskalierenden Handelsstreit freuen. Denn: Steuerfreie Flughafenshops könnten einen grösseren Preisvorteil gegenüber anderen Detailhändlern erlangen, wenn die Regierungen neue Abgaben auf Importe erheben würden. Natürlich wünscht sich auch Diaz keine Eskalation: «Ich bin ein Weltbürger und Freihandel ist wahrscheinlich das Beste», schiebt er seinen positiven Einschätzungen hinterher.

Dufry mit Sitz in Basel ist in 64 Ländern mit über 2200 Läden an 390 Orten vertreten. Das Unternehmen setzte 2017 knapp 8,4 Milliarden Franken um. Die meisten Dufry-Läden sind an internationalen Flughäfen und auf Kreuzfahrtschiffen. Erhältlich sind etwa Zigaretten, Parfüms und Kosmetika, aber auch Alkohol wie zum Beispiel Whisky. Die EU will auf US-Whisky Strafzölle erheben, als Vergeltungsmassnahme auf US-Zölle.

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Aktie steigt

Die USA liefern sich auch mit China einen Handelsstreit. Ab morgen Freitag wollen die USA Zölle auf chinesische Exporte im Wert von 34 Milliarden Dollar erheben. China reagierte darauf, dass es Abgaben auf einen gleichen Wert von US-Waren erheben wird, was wiederum zu zusätzlichen Strafen seitens der USA führen würde. Dazu Diaz: «Viele Länder werden betroffen sein.»

Die Dufry-Aktie stieg am Donnerstag in Zürich sogar um 1,2 Prozent.

Dufry-Shop in Sao Paulo.
Dufry-Laden am Flughafen in São Paulo, Brasilien: Preisvorteile von bis zu 40 Prozent.
Quelle: ZVG

Richemont stark bei Dufry engagiert

Die Genfer Richemont erwarb im vergangenen Jahr einen Anteil von 5 Prozent an Dufry und erhöhte ihn später auf 7,5 Prozent. Der Luxusgüterkonzern will mit Dufry zusammen neue Ladenformate für Reisende entwickeln – und besser von den globalen Touristenströmen profitieren. Insbesondere auf die reisenden Chinesen setzten sowohl Diaz als auch Richemont grosse Hoffnungen.

«Es gibt mehr chinesische Reisende. Bis 2020 werden fast 200 Millionen Chinesen reisen - und nicht alle sind Millionäre», so Diaz. Sie wollen nicht nur Luxusschmuck und Luxusuhren kaufen, sondern geben auch Geld im Massenmarkt aus. Also dort, wo Dufry aktiv ist.

Dufry ist in den letzten Jahren vor allem über Zukäufe gewachsen. Im Jahr 2015 erwarb das Unternehmen den italienischen Konkurrenten World Duty Free  für rund 3 Milliarden Franken. Ein zuvor übernahm es die Nuance Gruppe – ehemals teils der Swissair – für rund 1,7 Milliarden Franken.

( Bloomberg/spm)