Speditions- und Logistikdienstleistungen gehört auch in den kommenden Jahren zu den klaren Wachstumsmärkten. Auch wenn die Konjunktur in einigen wichtigen Ländern stagniert oder gar rückläufige Tendenzen zeigt – wie zum Beispiel in den USA –, werden die täglich rund um den Erdball zu bewältigenden Güterströme weiter zunehmen. Vor dem Hintergrund von zunehmend arbeitsteiligen Volkswirtschaften sowie dem Trend zum Outsourcing ist mit einem weiterhin steigenden Welthandel zu rechnen. Die Steuerung weltweiter Supply Chains wird angesichts der eher komplexer werdenden Rahmenbedingungen wie umfassender Sicherheitsvorschriften, einer wachsenden Produktevielfalt sowie immer grösserer Datenmengen deutlich anspruchsvoller und aufwendiger. Der Wettbewerb findet in Zukunft weniger zwischen den einzelnen Unternehmen statt als vielmehr zwischen den entsprechenden Wertschöpfungsnetzwerken. Die Logistikdienstleister müssen sich in den kommenden Jahren einerseits auf eher grösser werdende saisonale Lieferschwankungen ihrer Kunden einstellen. Anderseits ist mit einer anhaltenden Verlagerung der Produktionskapazitäten in Richtung Osteuropa und Asien zu rechnen.

Aber auch eine – wechselkursbedingte – Rückverlagerung der Fertigung nach Europa und den USA ist nach Ansicht von Klaus Herms, CEO von Kühne+Nagel International AG, nicht auszuschliessen. (siehe Seite 73) Diese beiden möglichen Trends verlangen von den Speditionsunternehmen und Logistikdienstleistern eine entsprechend hohe Flexibilität im Bereich der Lagerkapazitäten, der Transportmittel und insbesondere der Informatik. Kurz: Die Anforderungen der Kunden an die Kontraktlogistiker werden weiter zunehmen. Damit verbunden sind aber auch ein steigender Kostendruck, ausgelöst durch höhere Steuern und Umweltabgaben, steigende Energiepreise und teilweise höhere Kapitalkosten.

In den kommenden Jahren ist vermehrt davon auszugehen, dass sich vor allem international agierende Speditions- und Logistikdienstleister stärker als bisher auf eine Individualisierung ihrer zahlreichen und eher komplexer werdenden Dienstleistungen für bestimmte Branchen konzentrieren.

Dank des speziellen Know-hows können der Kundschaft gezielt auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Logistikdienstleistungen angeboten werden. «Wächst unser Kunde schneller als sein Umfeld, machen wir dies auch», stellt Beat Simon, CEO von Agility Europe (Seite 74), dazu fest.

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