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Digital-TV: Kunden rennen Swisscom die Türe ein

Digital-TV ist ein Wachstumstreiber bei Swisscom. (Bild: Keystone)

Swisscom hat für 2011 rückläufige Umsatz- und Gewinnzahlen präsentiert. Allerdings erfreut sich die Sparte Digital-TV und der mobile Datenverkehr grosser Beliebtheit.

Veröffentlicht am 15.02.2012

Swisscom meldet für 2011 rückläufige Zahlen beim Nettoumsatz, Betriebsergebnis und Konzernreingewinn. Begründet wird dies mit der Preiserosion und Währungseffekten - und einem milliardenschweren Abschreiber auf die italienische Tochter Fastweb.

Zulegen konnte der Konzern bei Swisscom-TV und mobilem Datenverkehr. Der Betriebsgewinn vor Steuern (EBIT) des grössten Schweizer Telekomkonzerns reduzierte sich um 57,1 Prozent auf 1,13 Milliarden Franken. Ohne die Fastweb-Abschreibungen wäre das EBIT gemäss Angaben der Swisscom um 2,1 Prozent gestiegen.

Preiserosion im Schweizer Markt

Der Umsatz ist wegen tieferer Preise und dem starken Franken um 4,3 Prozent auf 11,47 Milliarden Franken zurückgegangen, wie es seitens des Unternehmens heisst. Den durch die tieferen Preise bedingten Umsatzverlust beziffert das Unternehmen auf 508 Millionen Franken. Davon seien allein 360 Millionen Franken im Festnetzbereich verloren gegangen. Das Kunden- und Volumenwachstum von 404 Millionen Franken konnte diesen Effekt nicht komplett kompensieren. In der Mobilkommunikation hätten im vergangenen Jahr 221'000 neue Kunden gewonnen werden können. Zudem würden zwei Millionen Schweizerinnen und Schweizer Smartphone-Dienste über Swisscom beziehen.

Im Digital-TV konnte die Swisscom 190'000 neue Kunden gewinnen. So erstaunt es nicht, dass Swisscom-Chef Carsten Schloter dieses Geschäft weiterhin als Wachstumsmarkt betrachtet. Schliesslich seien bis zu 1,4 Millionen Haushalte immer noch mit einem ananolgen Fernsehanschluss ausgestattet. Schloter rechnet, dass 2012 mindestens 170'000 Kunden einen Digital-TV-Anschluss bestellen.

Mit dem Zahlenset hat der Blaue Riese die Markterwartungen nicht ganz getroffen. Analysten hatten mit einem durchschnittlichen Umsatz von 11,45 Milliarden Franken und einem EBITDA von 4,61 Milliarden Franken gerechnet. Der EBIT wurde auf 1,14 Milliarden Franken geschätzt. Bei Swisscom-TV stieg die Zahl der Kunden innert Jahresfrist um über 44 Prozent auf 608'000 - alleine im vierten Quartal seien 52'000 neue TV-Kunden gewonnen worden.

Tiefere Erwartungen

Im laufenden Geschäftsjahr 2012 rechnet der Telekomkonzern Swisscom mit einem gegenüber 2011 leicht tieferen Nettoumsatz von 11,4 Milliarden Franken; dies basierend auf einem durchschnittlichen Wechselkurs von 1.23 Franken zum Euro. Der EBITDA wird auf 4,4 Milliarden Franken erwartet. Die anhaltende Preiserosion lasse sich voraussichtlich nicht vollständig mit Kundenwachstum und Umsätzen aus neuen Geschäften kompensieren, so die Einschätzung. Neben dem umsatzbedingten Margenrückgang geht Swisscom davon aus, dass auch eine nicht geldwirksame Erhöhung der Personalvorsorgekosten von 70 Millionen Franken zur EBITDA-Reduktion beitragen wird, wie Swisscom in der Medienmitteilung zum Jahresabschluss 2012 schreibt.

Investitionen im Milliardenhöhe

Bei Erreichen der Ziele für 2012 plane Swisscom, der Generalversammlung 2013 trotz der zusätzlichen Ausgaben für die Mobilfunkfrequenzen erneut eine Dividende von 22 Franken pro Aktie zu beantragen. Im Konzern insgesamt plant die Swisscom im laufenden Jahr höhere Investitionen im Umfang von 2,2 Milliarden Franken. Davon würden 1,7 Milliarden Franken im Schweizer Geschäft investiert, was einer Zunahme von 100 Millionen entspreche. Nicht enthalten seien in diesem Betrag die Ausgaben für die Auktion der Mobilfunkfrequenzen, so die Mitteilung.

Derweil zeigte sich Swisscom-Chef Carsten Schloter zufrieden mit dem Verlauf des Geschäftsjahres 2011.

(vst/rcv/sda/awp)

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