LIDL. Die deutsche Schwarz-Gruppe, Eigentümerin der Lidl-Discounter und der Kaufland-Supermärkte, gibt ihren Aktienanteil bei der Biomarktkette Basic wieder ab. Dies bestätigte eine Sprecherin der Schwarz-Gruppe. Unklar ist, was Basic für einen Rückkauf der Aktien zahlen müsste. Die Schwarz-Gruppe hat einschliesslich einer Wandelanleihe – das ist ein verzinster Kredit an die Basic, dessen Geldwert in Aktien umgetauscht wird – 23% der Aktien übernommen. «Wer auch immer diese Aktien zurückkauft, ist noch nicht entschieden», sagte Basic-Sprecherin Andrea Schartmann. Für einen bereits erhaltenen Aktienanteil von 12% soll die Schwarz-Gruppe einen zweistelligen Millionenbetrag gezahlt haben. Diese finanziellen Angaben wollten die beteiligten Unternehmen nicht bestätigen.

Mit dem angekündigten Ausstieg der Schwarz-Gruppe hat sich die zunächst angestrebte Expansion auch finanziell erledigt. Noch Mitte dieses Jahres hatten Basic-Vorstandschef Josef Spanrunft und der damalige Finanzchef Johann Priemeier von jährlich zwischen 25 und 50 neuen Filialen gesprochen. Auch eine Expansion in die Schweiz – eventuell im Tandem mit Lidl, der bereits über Standorte in der Schweiz verfügt – war angedacht. Jetzt sollen es laut der Sprecherin nur noch fünf bis zehn Basic-Läden werden. 2007 hat die Biokette sechs neue Filialen in Berlin, Karlsruhe, Aachen, München, Frankfurt am Main und im österreichischen Salzburg eröffnet.

Kunden protestierten gegen Lidl

Die Trennung von der Lidl-Eignerin hatten sowohl von der globalisierungskritischen Gruppe Attac in München angeführte Kunden als auch mehrere Lieferanten gefordert. Die Basic-Sprecherin räumte Umsatzeinbussen durch die Proteste ein. 2006 hatte die Biokette ihren Umsatz noch auf 72,6 Mio Euro (plus 37% gegenüber 2005) gesteigert. In diesem Jahr sollte eigentlich die Marke von 100 Mio Euro überwunden werden. Doch diese Wachstumspläne sind gescheitert. Ebenso ist unklar, woher Basic, mit 25 Filialen in Deutschland einer der grössten Betreiber von Biomärkten, den Grossteil seiner Waren künftig bezieht. Während der Anti-Lidl-Proteste war der Hauptlieferant Dennree abgesprungen. Trotz des Wiederausstiegs der Schwarz-Gruppe bei Basic will der Grosshändler dabei bleiben. «Der Ausstieg ab 2008 ist vertraglich festgelegt», sagte Dennree-Sprecherin Maren Schimanski.

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Abgang an der Basic-Spitze

Anfang November hat Finanzvorstand Priemeier das Unternehmen verlassen. Vorausgegangen war ein Streit mit dem derzeitigen Alleinvorstand Spanrunft über die Zukunft von Basic. Priemeier ist einer der Gründer der Biokette und war Hauptverfechter des Anteilsverkaufs an die Lidl-Eignerin. Das Problem: Er hält weiterhin etwa 26% der Basic-Aktien. So hat Priemeier immer noch ein Mitspracherecht an der Entwicklung der Öko-Supermärkte. Ausser Lidl und Priemeier sind die Schweizer Asi-Gruppe (etwa 16% der Aktien), die Basic-Gründer Richard Müller (12%) und Georg Schweisfurth (23%) beteiligt. Verkaufen kann aufgrund von Vinkulierungsbestimmungen kein Anteilseigner ohne Zustimmung des Firmenvorstandes.Das Gastspiel der Lidl-Eigentümer dauerte nur einige Monate. Bereits wenige Wochen nach dem Teileinstieg hatte die Schwarz-Gruppe den übrigen Aktionären zwar ein Übernahmeangebot unterbreitet. Doch die Generalversammlung der Basic-Aktionäre konnte sich nicht einigen. Anfang September stoppte der Basic-Vorstand dann den weiteren Aktienverkauf. Jetzt kämpft die Biokette um die in der Zwischenzeit abgesprungenen Kunden und Lieferanten. In einer Erklärung heisst es reumütig: «Unsere Kundinnen und Kunden und viele unserer Lieferanten haben uns den Weg aufgezeigt. Dafür sind wir dankbar.»