Obwohl erst Mitte März gestartet, führt der deutsche Discounter Lidl in der Deutschschweiz bereits 18 Filialen. Bis Ende Jahr sollen es 26 sein. Nächstes Jahr steht die Eroberung der Westschweiz auf dem Programm. Jetzt ist klar: Bis spätestens im Herbst 2010 will der Preisbrecher in der Romandie sein und Schlag auf Schlag neue Filialen eröffnen. Das Warenverteilzentrum wird sich in Sévaz FR befinden. Aber auch in der Deutschschweiz will Lidl zügig weiter expandieren.

Konkurrent Aldi wird am 30. Juli bereits die Eröffnung seiner 100. Filiale feiern - und dies erst dreieinhalb Jahre nach dem Start in der Schweiz. Wie viele Filialen Lidl für die nächsten Jahre plant, will das Unternehmen nicht verraten. «Wir wollen aber zum Nahversorger für alle werden», sagt Lidl-Chef Andreas Pohl.

In den letzten Wochen ist Lidl wegen Dumpingpreisen bei Obst und Gemüse öffentlich kritisiert worden, unter anderem von Migros-Chef Herbert Bolliger. Dagegen wehrt sich Andreas Pohl. «Wir verkaufen keine Waren unter dem Einstandspreis. Wir profitieren einerseits vom internationalen Einkauf grosser Mengen unseres Mutterhauses, aber auch durch geschickten Einkauf hier in der Schweiz.»

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Pohl selbst kritisiert: «Alle versuchen auf Biegen und Brechen zu verhindern, dass wir Marktanteile gewinnen.» Dabei will er allerdings keine konkreten Personen anprangern.

Die regionalen Unterschiede in der Schweiz sind für Pohl die grössten Herausforderungen. Dabei nennt er die unterschiedlichen Öffnungszeiten, aber auch die verschiedenen Rahmenbedingungen für Baugenehmigungen. Mit dem Geschäftsgang von Lidl ist Pohl sehr zufrieden. «Über 60% der 250 000 Haushalte, die bei uns einkauften, haben uns laut Marktforschungsinstitut GfK Switzerland wieder besucht.»