Der Klima- und Fertigungstechnikkonzern Walter Meier hat im ersten Halbjahr 2015 den Umsatz um 2,3 Prozent auf 139,6 Millionen Franken gesteigert. Währungsbedingte Zusatzrabatte und ein Rückgang des Volumens im Segment Klima wurden durch die letztes Jahr zugekauften Umsätze nicht aufgewogen, so dass das organische Wachstum leicht negativ ausfiel, wie das Unternehmen mitteilt. Im deutlich grösseren Segment Klima ergab sich ein Umsatzrückgang um 1,0 Prozent auf 113,5 Millionen Franken, während das Segment Fertigungslösungen die Verkäufe um rund einen Fünftel auf 26,1 Millionen erhöhte.

Der Ebit ging um 4,8 Prozent auf 5,9 Millionen Franken zurück und die Ebit-Marge um 30 Basispunkte auf 4,2 Prozent. Als Folge der Fixierung des Euro-Kurses für das Einkaufsvolumen des Jahres 2015 zu einem Wechselkurs von 1,20 Franken habe eine deutliche Belastung der Erfolgsrechnung resultiert, wobei die Effekte je nach Realisierungsgrad der Termingeschäfte in unterschiedlichen Positionen der Erfolgsrechnung und der Bilanz ausgewiesen worden seien.

Reingewinn sinkt um knapp 40 Prozent

Die in der Erfolgsrechnung enthaltenen Aufwendungen beliefen sich beim Betriebsgewinn auf 3,6 Millionen Franken und beim Konzerngewinn auf 3,2 Millionen. Zusätzlich belasteten Termingeschäfte, die erst im zweiten Halbjahr 2015 fällig werden, das Eigenkapital per Ende Juni 2015 mit 3,0 Millionen. Der ausgewiesene Reingewinn fiel entsprechend um 37 Prozent auf 3,9 Millionen zurück.

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Die Prognosen für das Gesamtjahr 2015 sehen einen gegenüber dem Vorjahr rückläufigen Umsatz vor. Die Aufwendungen im Zusammenhang mit der Fixierung des Euro-Kurses dürften den Ebit und den Konzerngewinn wie bereits angekündigt einmalig mit einem höheren einstelligen Millionenbetrag belasten. Entsprechend sei auch bei diesen Kennzahlen mit einem deutlichen Rückgang gegenüber dem Vorjahr zu rechnen.

Keine Trendwende in Sicht

Der im Februar erwartete Nachfragerückgang im Segment Fertigungslösungen sei vorerst nicht eingetreten - aus heutiger Sicht gebe es allerdings «klare Anzeichen», dass die exportorientierten Kunden in der metallverarbeitenden Industrie ihre Investitionen bereits im zweiten Halbjahr 2015 reduzieren dürften.

Andererseits sei das Segment Klima im Nachgang des Nationalbankentscheids vom 15. Januar von einer unerwartet starken Nachfrageschwäche getroffen worden. Während der Preisdruck antizipiert worden sei, sei der Volumenrückgang im Sanierungsgeschäft für Heizungen völlig unerwartet gekommen. Aus heutiger Sicht sei für das zweite Halbjahr auch keine Trendwende zu erwarten.

Dividende gefährdet

Aufgrund dieser unerwarteten Entwicklungen im Segment Klima sei das in den letzten Jahren stabile Dividendenniveau von 2,50 Franken je Aktie gefährdet, bzw. müsse unter Umständen nach unten angepasst werden. Für einen definitiven Entscheid sei es aber aufgrund des volatilen Umfelds zu früh, er soll nach Abschluss der Mittelfristplanung im vierten Quartal fallen, bzw. spätestens bis zur Kommunikation des Jahresergebnisses 2015 im Februar 2016.

(awp/dbe/ama)