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DKSH-Pläne: Grösster Börsengang seit Jahren

DKSH-Chef Jörg Wolle strebt an die Börse. (Bild: Keystone)

Die DKSH Holding will sich in den kommenden Monaten dem Publikum öffnen. Dabei handelt es sich um den grössten Gang an die Schweizer Börse seit Jahren.

Veröffentlicht am 15.02.2012

Die DKSH Holding plant für die erste Jahreshälfte 2012 den Sprung an die Schweizer Börse SIX. Analysten zufolge dürfte es die grösste Publikumsöffnung an der SIX seit Jahren werden. Ausserdem legte DKSH für das Geschäftsjahr 2011 am Mittwoch ein Rekordergebnis vor.

Analysten schätzen den Börsenwert von DKSH auf rund 5,3 Milliarden Franken. Basierend auf der Annahme, dass DKSH einen Kapitalanteil von etwa 30 bis 40 Prozent an die Börse bringt, erwarten sie ein Emissionsvolumen von 1,5 bis 2 Milliarden Franken.

Auf Anfrage von AWP wollte Martina Ludescher, Head Corporate Development und Member of Group Management von DKSH, den Zeitpunkt für das Initial Public Offering (IPO) beziehungsweise für die Roadshow nicht näher präzisieren. Sie verweist auf den noch zu folgenden Emissionsprospekt. Für die Kotierung an der SIX habe man sich entschlossen, weil DKSH ein Schweizer Unternehmen sei und die wichtigsten Aktionäre aus der Schweiz stammten.

Im Rahmen des IPO sollen dem Publikum gemäss der Medienmitteilung des Dienstleisters für Marktexpansion in Asien bestehende Aktien angeboten werden. Das IPO werde vom Mehrheitsaktionär Diethelm Keller Holding als auch von den strategischen Minderheitseignern getragen. Nach dem Going public werde die Diethelm Keller Holding indes nicht mehr Mehrheitseigner sein, erläutert Ludescher.

Geschäftsmodell «noch stärker profilieren»

Die Transformation von einem Privatunternehmen zu einem börsenkotierten Konzern ist der Medienmeldung zufolge eine «konsequente Weiterentwicklung der schrittweisen Öffnung seit dem Zusammenschluss in 2002». 2008 sei mit der Verpflichtung einiger strategischer Aktionäre eine erste Verbreiterung der Aktionärsbasis der traditionsreichen Familiengesellschaft eingeleitet worden. Nun erfolge der Börsengang und damit die Öffnung gegenüber einem breiteren Publikum.

Das IPO ermögliche den in der Diethelm Keller Holding vereinten Familienaktionären eine gezielte Diversifikation ihrer Investments für die fünfte Familiengeneration vorzunehmen. Adrian T. Keller, Präsident des Verwaltungsrats wird aber mit folgenden Worten zitiert: «Wir bleiben dem Unternehmen als Ankeraktionär weiterhin stark verbunden.»

DKSH will mit dem Schritt an die Börse unter anderem auch den Bekanntheitsgrad bei potentiellen Kunden, Herstellern und Fachkräften erhöhen und das Geschäftsmodell damit «noch stärker profilieren», heisst es. Die UBS und die Deutsche Bank agieren den Angaben zufolge als Joint Global Coordinators und zusammen mit der Berenberg Bank und Credit Suisse als Joint Bookrunners beim geplanten IPO. Dem Konsortium gehören zudem Crédit Agricole und die Zürcher Kantonalbank als Co-Lead Manager an.

Börsengang «unterstützt Wachstumskurs»

Der Gang an die Börse «unterstützt uns, den starken Wachstumskurs der letzten zehn Jahre weiter fortzuschreiben», wird Jörg Wolle, CEO und Delegierter des Verwaltungsrats von DKSH, zitiert. Im Geschäftsjahr 2011 steigerte DKSH den Nettoumsatz um 0,6 Prozent auf 7,34 Milliarden Franken. Der EBIT nahm um 22 Prozent auf 238 Millionen Franken zu und der Gewinn nach Steuern um 26 Prozent auf 152 Millionen Franken.

Alle vier Geschäftseinheiten trugen zum Gewinnwachstum bei. Der grösste Bereich, Consumer Goods, verbesserte den EBIT um 22 Prozent. Die zweitgrösste Geschäftseinheit, Healthcare, steigerte das Betriebsergebnis um 10 Prozent. Während im Bereich Performance Materials ein 7,7 Prozent höherer EBIT anfiel, errechnet sich für die Geschäftseinheit Technology ein Plus von 8 Prozent.

Die «guten Ergebnisse» seien vor allem auf organisches Wachstum dank proaktiver Erweiterung des bestehenden Geschäfts und durch Akquisition neuer Kunden und Hersteller zurückzuführen, so CEO Wolle. Die kräftig wachsende Mittelschicht in den asiatischen Schwellenländern treibe die Nachfrage nach höherwertigen Konsumgütern und Pharmaprodukten und habe damit einen direkten positiven Einfluss auf die Konsummärkte.

Für das laufende Geschäftsjahr 2012 geht DKSH gemäss Ludescher davon aus, dass das Betriebsergebnis prozentual wiederum im zweistelligen Bereich wachsen werde.

(vst/muv/awp)

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