«Der Abwärtsprozess der US-Konjunktur hält drei Jahre an», prognostiziert Norbert Walter im Interview mit der «Handelszeitung». Das Wirtschaftswachstum gehe für die Jahre 2007 bis 2009 auf 1,5% zurück. «In der Schweiz wird der Abschwung erst 2009 richtig zu spüren sein.» Bereits im nächsten Jahr würden die Exporte stagnieren.

«Wir stecken im Moment in der schwierigsten Zeit seit dem Zweiten Weltkrieg», sagt der Chefökonom der Deutschen Bank. Am meisten Sorgen bereitet ihm, dass die US-Amerikaner noch nicht begriffen hätten, dass sie über ihre Verhältnisse leben. «Und die Notenbank glaubt, sie könne das Problem lösen, indem sie wieder mehr Geld druckt.» Die Krise werde dann zu Ende sein, wenn mehrere Finanzinstitute beginnen, ihr Imperium auszubauen. Grössere Zukäufe erwartet er allerdings nicht vor 2010. An den Börsen etabliere sich erst dann ein solider Aufwärtstrend, wenn die Gewinne wieder wachsen. «Dies wird längere Zeit nicht der Fall sein.» Für die nächsten Monate sollten sich die Anleger auf eine Achterbahnfahrt mit sehr hohen Ausschlägen einstellen. Der Schweizer Aktienmarkt wird dabei von den Pharma- und Finanztiteln gebremst. Von der «Handelszeitung» befragte Anlagestrategen sind für den hiesigen Markt eher skeptisch. Attraktiver werden die Aktienbörsen der USA und der Emerging Markets eingeschätzt.