Obwohl die Schweizer Wirtschaft wächst, stellen die Schulden notleidender EU-Staaten den Aufschwung in Frage. «Eine Rezession in Griechenland sowie Rezessionserscheinungen in Irland und Spanien werden den Aufschwung bremsen und sich auf die Schweiz auswirken», sagt Bundespräsidentin Doris Leuthard gegenüber der «Handelszeitung».

Weil der Euro-Raum für den Export ein Klumpenrisiko darstellt, setzen Firmen vermehrt auf Asien. «Wir müssen uns mehr von Europa emanzipieren. Die grossen Märkte liegen ausserhalb dieser Region», sagt Ems-Konzernchefin Magdalena Martullo Blocher. So hat die Gruppe kürzlich die vollständige Kontrolle über ihre Beteiligungs-Holding Eftec mit Sitz in Singapur übernommen.

Die Euro-Schwäche hat aber auch positive Seiten, wie eine Umfrage der «Handelszeitung» zeigt: Sie stärkt die deutsche Exportindustrie und hilft damit auch Schweizer Zulieferbetrieben wie Georg Fischer. Und wer im Euro-Raum einkauft, profitiert von der billigen Währung. Was den global tätigen Unternehmen aber am meisten hilft, das Euro-Tief zu überwinden, ist der erstarkte Dollar: «Weil der Dollar mehr zugelegt hat als der Euro nachgegeben, haben wir keinen Nachteil», heisst es beim Biotech-Konzern Actelion. Auch der Zahnimplantate-Hersteller Nobel Biocare bestätigt: «Wir haben eher einen Vorteil.» Und der Feinchemiekonzern Lonza freut sich über den starken Dollar, weil er im Konzern eine grössere Bedeutung hat als der Euro.

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