Eben noch spielte der Dollar der Schweizerischen Nationalbank (SNB) in die Hände. Der «Greenback» hatte in der 1. Jahreshälfte geholfen, die hohen Währungsverluste etwas aufzufangen, die sich die SNB mit den massiven Euro-Käufen eingehandelt hatte. Doch seit Ende Juni hat sich nicht nur der Euro gegenüber dem Franken leicht abgeschwächt, sondern auch der Dollar verliert an Wert. Die SNB sitzt auf DollarAnlagen in der Höhe von rund 45 Mrd Fr., die Euro-Bestände belaufen sich auf rund 159 Mrd Fr. «Wenn sich Euro und Dollar gegenüber dem Franken bis Ende Jahr noch um je 5 Rappen abschwächen, droht der SNB im 2. Halbjahr ein weiterer Währungsverlust von 8 bis 12 Mrd Fr.», prognostiziert David Marmet, Leiter Volkswirtschaft Schweiz bei der Zürcher Kantonalbank (ZKB). Dies wäre für die SNB zu verkraften, denn allein die Rückstellungen für Währungsreserven betragen per Ende Juni 2010 rund 44,3 Mrd Fr.

Die SNB hat also im Kampf gegen die Deflationsgefahr und den starken Schweizer Franken ihr Pulver noch nicht verschossen. Niklaus Blattner, ehemaliger Vizepräsident der SNB, sieht durchaus noch Spielräume für eine weitere Ausweitung der Franken-Liquidität. Die Währungsrisiken in der Bilanz der SNB bilden kein unüberwindbares Risiko. «Die Risiken in der Bilanz sind ein untergeordnetes Problem, solange das Vertrauen in den Schweizer Franken anhält», sagt Blattner.