Die grossen Schweizer Reiseveranstalter melden zweistellige Zuwachsraten für USA-Reisen, und dies nicht nur mit Bezug auf den 14. März 2008, als 1 Dollar erstmals weniger als 1 Fr. kostete. «Wir sehen nicht erst seit ein paar Wochen ein starkes Wachstum», sagt Peter Brun, Sprecher von Kuoni, «schon im letzten Sommer spürten wir eine deutlich höhere Nachfrage. Zurzeit sehen wir für USA-Reisen ein Plus von 20%.» Ebenfalls von Wachstumsraten klar im zweistelligen Prozentbereich berichten Peter Schmidli (Sprecher von Hotelplan) und Roland Schmid (Sprecher von TUI Suisse).

Werden USA-Reisen günstiger?

Die in den aktuellen Amerika-Katalogen publizierten Franken-Preise sind verbindlich, teilen die drei Anbieter mit. Ihre Kalkulationen für den Sommer 2008 basierten auf einem Dollar-Kurs aus dem Winter 2007/08. Sprich, weder ein Kurssturz noch ein Kurssprung haben auf die Katalogpreise einen direkten Einfluss. Nicht so bei den Ausgaben vor Ort. Diese machten im Schnitt 40% des Budgets für Amerika-Ferien aus.

«Die Reisenden können bei den Nebenkosten sparen», sagt Schmid. Diese sind ihm zufolge heute 9% günstiger als vor drei Monaten. Im Jahresvergleich seien es rund 14%. Brun ergänzt: «Sollte die Dollar-Baisse anhalten, werden die Reisenden weiter bei Direktausgaben wie Benzin, Essen und Shopping profitieren.»

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Unter Umständen werden USA-Reisen sogar ab der Schweiz billiger. Dazu Schmidli: «Sollten wir bei unseren Leistungsträgern tiefere Preise aushandeln können, würden wir diese sicher an die Kunden weitergeben. Momentan ist es jedoch so, dass die Flugpreise wegen der hohen Treibstoffkosten ansteigen und die Zimmerpreise der Hotels ebenfalls eher nach oben gehen.»

USA-Reisen könnten ab der Schweiz aber auch teu-rer werden. Dazu Brun: «Aufgrund der grösseren Nachfrage sowie der gestiegenen Kerosinpreise werden die Flüge nicht günstiger. Bei den Hotels führt vor allem die Inlandnachfrage von Amerikanern selbst zu Engpässen, was die Zimmerpreise steigen lässt.»

Nicht nur Kurs sorgt für Boom

Trotzdem sind Amerika-Ferien hierzulande so gefragt wie schon lange nicht mehr. 2007 wurden 296369 Schweizer Ankünfte in den USA registriert (+9,5%). 2008 stehen die Chancen gut, dass es nach 9/11 endlich wieder deutlich über 300000 Einreisen werden.

Liegt der Boom einzig am günstigen Kurs? «Der tiefe Dollar hat sicher einen starken Einfluss», sagt Schmidli (Hotelplan). Daneben scheint die Aussicht auf politische Veränderung die Kunden zu animieren, vermehrt nach Amerika zu reisen. Alle drei Reiseveranstalter orten darüber hinaus einen Nachholbedarf seit 9/11. «Dieser beginnt sich langsam abzubauen», meint Schmid (TUI Suisse). Und Brun (Kuoni) weiss: «Nach Jahren der Verunsicherung wollen die Leute erstmals oder endlich wieder in die USA. Die verschärften Sicherheitsbestimmungen sind heute kein Hinderungsgrund mehr.»