Kurse unter 1.38 Dollar pro Euro gehören schon beinahe zum Alltag der Devisenhändler. Bis die psychologisch wichtige Marke von 1.40 Dollar pro Euro erreicht wird, scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein.

Die Schwäche des Greenbacks ist auch anderswo ersichtlich: So ist die Zinsdifferenz zwischen Euro und Dollar bei den zehnjährigen Staatsanleihen auf 51 Basispunkte geschrumpft. Für einen in Euro denkenden Anleger eine magere Entschädigung, wenn er Währungsrisiken im Dollar eingeht. Aber auch gegen Franken und Yen strotz der Dollar nicht gerade vor Kraft.

In dieser Situation müssen Investoren etwas unternehmen nur was?

Verkauf oder teure Absicherung?

Die auf den ersten Blick einfachste Lösung wäre sicher, die Dollarbestände im eigenen Portefeuille zu reduzieren. Alternativ dazu liessen sich die Dollarpositionen auch mit Derivaten absichern, etwa mittels Verkaufsoptionen auf den Dollar gegen Franken.

Das Ganze ist allerdings mit Aufwand und Kosten verbunden. Die Option muss gekauft und eventuell verkauft werden, jedes Mal fallen Spesen an. Und im schlimmsten Fall kann die Option am Ende der Laufzeit wertlos verfallen. Denn das ist der Haken der Varianten Verkauf und Absicherung die Stimmung an den Devisenmärkten kann rasch umschlagen, und der Greenback plötzlich wieder zum Darling der Anleger werden.

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In der Zwickmühle finden sich auch die Anleger in US-Staatsanleihen wieder: Sie haben mit der sich verringernden Zinsdifferenz zwischen Dollar und anderen Währungen zu kämpfen. Trotz des «Zinsvorsprungs» der US-Notenbank (Fed) zu anderen Zentralbanken fällt nämlich die reale Rendite von Staatsanleihen anderer Länder nicht viel tiefer als in den Vereinigten Staaten aus. Beispiel Japan: Dort sanken die Konsumentenpreise im Jahresvergleich leicht um 0,1%, während sie in den USA um 2,7% stiegen. Die reale Renditedifferenz zwischen zehnjährigen japanischen und US-Staatsanleihen beträgt damit nur 20 Basispunkte zugunsten der US-Zettel obwohl die Bank of Japan beim Leitzins weit hinter den USA herhinkt.

Schweizer Bundesobligationen rentieren unter dem Einbezug der Kaufkraft sogar 41 Basispunkte mehr als US-Staatszettel. Somit sind Anlagen in Dollar unter dem Aspekt der Zinsdifferenz nur bedingt ein Muss. Und das wird auch nach dem Zinsentscheid des Offenmarktausschusses der US-Notenbank am 7. August so bleiben.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden die Leitzinsen bei 5,25% belassen. Sicher wird die Fed dabei die Inflationsrisiken betonen erweitert noch um einige Nuancen, die Notenbank-Präsident Ben Bernanke bereits angedeutet hat: Gemäss Bernanke könnte sich die Flaute im US-Häusermarkt schlimmer als ursprünglich gedacht erweisen. Das wiederum könnte den Privatkonsum behindern und damit das Wirtschaftswachstum abschwächen. Bernanke sorgt sich aber auch um den Finanzsektor insgesamt, insbesondere um die Kreditrisiken bei den Finanzinstrumenten.


Neue Währungspolitik in Sicht

Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Denn die Ausweitung der Renditedifferenzen zwischen den Schuldnerkategorien mag zwar auf den ersten Blick als Korrektur der in den vergangenen Jahren allzu grossen Sorglosigkeit mit dem Umgang mit Kreditrisiken gelten. Sie kann aber den Beginn einer Kreditrationierung markieren. Es braucht nur noch einen zweiten oder dritten «Unfall» im Stile der Hedge-Fonds von Bear Stearns, und das Klima an den Finanzmärkten könnte frostig werden. Denn eine Liquiditätsklemme, die letztlich in einer Vertrauenskrise gründet, kann von einer Notenbank nur schwer überwunden werden.

Darum wird sich am kommenden Meeting die Türe für einen Schwenker in der Geldpolitik zumindest einen Spalt weit öffnen. Geschieht das, dann gerät der Dollar noch einmal unter die Räder. Dann aber sind vorerst die schlechten Nachrichten für den Dollar in den Kursen eingepreist. Das heisst, aus marktpsychologischer Sicht ist das Terrain für eine Gegenbewegung vorbereitet ein Aspekt, der im taktischen Dispositiv um den Dollar beachtet werden muss.


Gegen den GAU hilft nur Gold

Bleibt jedoch die Gegenbewegung aus, und kommt es zu einer weiteren Dollarschwäche, werden auch die anderen Notenbanken handeln müssen und ihre Währungen inflationieren. Die Geldentwertung im Franken, Yen, Pfund oder Euro wird relativ zum Dollar schneller vorangetrieben als bisher. Diese globale Reflationierung mag den Aktienmärkten noch einmal einen Schub geben.

Investoren, die durch diese Scheinhausse hindurchsehen, sollten sich deshalb gegen mögliche Währungsprobleme mit dem Kauf von Gold, und zwar in seiner physischen Form, wappnen. Mindestens 5 bis 10% Goldanteil gehören als Absicherung gegen die kommenden Verwerfungen um den Greenback und damit die kommenden Währungsturbulenzen in jedes seriös geführte Portefeuille.