1. Home
  2. Unternehmen
  3. Douglas-Investor: Neue Fragezeichen hinter Thalia

Douglas-Investor: Neue Fragezeichen hinter Thalia

Kämpft mit der Online-Konkurrenz: Buchhandelskette Thalia - hier in der Freien Strasse in Basel. (Bild: Keystone)

Parfümerien in der Türkei, Schmuck in Österreich: Der neue Geldgeber Advent will ins Ausland expandieren. Einmal mehr steht die Zukunft der zu Douglas gehörenden Buchhandelskette Thalia in den Sternen

Veröffentlicht am 20.10.2012

Der US-Finanzinvestor Advent strebt nach der geplanten Mehrheitsübernahme des deutschen Handelskonzerns Douglas gemäss der «Wirtschaftswoche» die Expansion erfolgreicher Unternehmenszweige an.

«Ganz klar das Wachstum fördern», wird eine Advent-Sprecherin von der Nachrichtenagentur dpa zitiert. Advent werde bei Bedarf auch Kapital stellen, «um grössere Schritte zu gehen» – etwa wenn es darum gehe, mit einem Partner nach Asien zu expandieren, heisst es.

Kapital vorhanden

Für die Douglas-Parfümerien sei eine verstärkte Expansion in der Türkei geplant. «Das sind alles Optionen, die für die Zukunft da sind», sagte die Sprecherin. «Wenn es eine spannende Option zur Expansion im Ausland gibt, wird es nicht am Kapital scheitern.»

Die Handelsgruppe Douglas betreibt bereits mehr als 800 ihrer knapp 2000 Filialen ausserhalb Deutschlands. Im Ausland sind vor allem die Douglas-Parfümerien stark und bekannt. Die Präsenz der angeschlagenen Buchhandelskette Thalia und des Süsswarenanbieters Hussel beschränkt sich auf den deutschsprachigen Raum.

Auch Juwelier Christ (in der Schweiz gehört Christ seit 2006 zur Coop-Gruppe) und die Damenmodekette AppelrathCüpper sind Bestandteile des Douglas-Portfolios.

Bisher haltloses Gerücht um Thalia Basel

Anders sieht es bei Thalia aus: Bereits Mitte September machte nach Medienberichten über Schliessungen von Buchhandlungen in Deutschland das Gerücht die Runde, dass konkret auch der Standort Basel in Gefahr sei.

Thalia-Schweiz-Geschäftsführer Michele Bomio dementierte damals gegenüber «Handelszeitung Online»: «Die Filiale von Thalia an der Freie Strasse in Basel wird nicht geschlossen und es gibt auch keine solchen Pläne.» Keine Thalia-Filialen in der Schweiz seien laut Bomio aktuell in Gefahr, geschlossen zu werden.

Portfolio-Bereinigung steht an

Sich von Geschäftsteilen zu trennen, die nicht rentabel sind, bezeichnete Advent-Deutschland-Chef Ranjan San in der «Wirtschaftswoche» indes «als einen sehr vernünftigen Ansatz, den Advent weiter unterstützt». Der Finanzinvestor hatte bereits angekündigt, gemeinsam mit der Douglas-Gründerfamilie den Umbau und die Neuausrichtung des Buchgeschäfts voranzutreiben.

Ein Verkauf von Thalia gilt als nicht ausgeschlossen - die Kette leidet schwer unter der Konkurrenz von Internet-Buchhändlern wie Amazon.

(vst)

Anzeige