Dass nicht nur grosse Beraterteams grosse Effekte erzielen, beweist die strategische Neuausrichtung der Rehabilitationsklinik Bellikon. Der Luzerner Berater Arnold Kappler, der in den Bereichen Tourismus, Industrie und Gesundheitswesen arbeitet, hat den Entwicklungsprozess der Klinik als externer Projektleiter gemeinsam mit einer internen Arbeitsgruppe vorangetrieben. Gerade weil er
diese Art der direkten Entwicklungsarbeit mit Kunden schätzt, hat Kappler sich für die Tätigkeit als Einzelberater entschieden.

Wegbrechender Umsatz

Die Klinik Bellikon wurde von den gesellschaftlichen Veränderungen und vom verschärften Wettbewerb im Gesundheitsmarkt nachgerade aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt. Schliesslich waren ihre Patienten jahrelang von selbst gekommen respektive waren geschickt worden von der grössten Auftraggeberin, der Suva. Sie ist gleichzeitig die Trägerin der Klinik. Seit Jahren zeichnete sich aber ein Rückgang der nach UVG abgerechneten Arbeitsunfälle ab – während gleichzeitig immer mehr Verunfallte wegen Sport- und Freizeitunfällen eingeliefert wurden. Diese sind versicherungsrechtlich ein Fall für die Krankenversicherung.
Für Bellikon stellte sich eine Frage immer drängender: Wie würde sich die als Expertin der Rehabilitation bekannte Klinik in Zukunft positionieren? Trends wie New Case Management, Frührehabilitation und neue Bereiche wie die komplexen Sport- und Freizeitunfälle galt es zu berücksichtigen.
Kommt hinzu, dass sich der Wettbewerb um nicht-Suva-versicherte Rehabilitationspatienten zusehends verschärft, schliesslich begannen auch andere Spitäler die lukrative Marktnische für sich zu entdecken.
Neben vielen ausgewiesenen Stärken attestierte die Arbeitsgruppe ihrer Klinik vor allem eine Schwäche: Mangelnden Bekanntheitsgrad bei den relevanten Zielgruppen. Ausserdem fehlten fallorientierte Behandlungs-Packages, und auch die Infrastruktur der Hotellerie wies Lücken auf.
Vor diesem Hintergrund erhielt die Arbeitsgruppe im Januar 2005 den Auftrag, die Strategie der Klinik zu überarbeiten. Ein Projektkatalog mit Jahreszielen sollte die zeitgerechte Umsetzung der beschlossenen Massnahmen garantieren, mittels Balanced Scorecard werden die Ziele transparent und für alle Beteiligten nachvollziehbar überprüft. Als einen Erfolgsfaktor des Projekts nennt Kappler die Tatsache, dass sich neben den Verwaltungsdirektoren auch die massgeblichen Ärzte der Klinik im Transformationsprozess engagierten.

Über die Landesgrenzen

Zwei Jahre nach Projektbeginn ist die prozessorientierte Organisation in Medizin und Verwaltung umgesetzt. Die Marke «Bellikon» steht für eine moderne Klinik, die im Reha-Bereich Standards setzt. Im Rahmen des New Case Management macht sie Kostenträgern und Patienten marktgerechte Angebote.
Ihr Ruf erreicht nicht nur, wie ursprünglich erhofft, die Schweizer Privatversicherer. Er überschreitet sogar die Landesgrenzen: Aus Deutschland und sogar aus Dubai werden vermehrt Patienten zugewiesen.

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