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Dramatischer Einbruch: Electrolux mit Stellenabbau in Schwanden

Electrolux am Glarner Standort in Schwanden. (Bild: ZVG)

Das Electrolux-Werk im Kanton Glarus ist international nicht mehr konkurrenzfähig. Bis Ende 2013 gehen deshalb bis zu 80 Vollzeitstellen verloren.

Veröffentlicht am 22.10.2012

Der Haushaltsgeräte-Hersteller Electrolux will im glarnerischen Schwanden 80 von insgesamt 230 Arbeitsplätzen abbauen. Die im Glarnerland fabrizierten Produkte sind zu teuer und nicht mehr konkurrenzfähig, wird der Abbau begründet. 

Peter Barandun, Verwaltungsratspräsident von Electrolux Schwanden AG, bezeichnet den geplanten Abbau als «schmerzlich». Er sei aber notwendig für den Erhalt des Produktionsstandortes Schwanden.

Gespräche über Sozialplan

Der Stellenabbau bis Ende 2013 soll nun zuerst in einem Konsultationsverfahren mit den Gewerkschaften besprochen werden. Weiter sollen Gespräche über den Sozialplan aufgenommen werden. Wie viele Entlassungen notwendig seien, hänge von mehreren Faktoren ab, teilte Electrolux am Montag mit.

Nach Angaben des Haushaltsgeräte-Herstellers ist die Fertigung in Schwanden international nicht mehr konkurrenzfähig. Die Exporte seien in kurzer Zeit um über 70 Prozent eingebrochen. Electrolux will die Produktion deshalb auf eine neue Basis stellen und in Schwanden vor allem hochwertige Produkte für den Schweizer Markt herstellen.

Zusammenführung mit deutschem Produktionswerk

Damit die Kosten in Schwanden gesenkt werden können, sollen die operativen Prozesse mit dem deutschen Produktionswerk in Rothenburg zusammengeführt werden. Administrativ ist für beide Standorte in Zukunft Rothenburg zuständig.

Barandun ist es gemäss eigenen Angaben besonders wichtig, «dass wir mit den geplanten Massnahmen einer Mehrheit der Mitarbeitenden in Schwanden eine Zukunft bei uns geben können».

Von der Entlassung betroffene Mitarbeitende will Electrolux bei der beruflichen Neuorientierung mit einem fairen Sozialplan und weiteren Massnahmen unterstützen. Nach Möglichkeit sollen ihnen Arbeitsplätze innerhalb der Gruppe angeboten werden.

30 Millionen Franken in der Schweiz investiert

Die Schweiz bleibt für den schwedischen Konzern ein wichtiger Markt. In Sursee LU hat Electrolux eigenen Angaben zufolge in den letzten zwei Jahren über 30 Millionen Franken investiert. Insgesamt beschäftigt Electrolux Schweiz über 900 Mitarbeitende.

Electrolux produziert Haushaltsgeräte und bedient nach eigenen Angaben Kunden in über 150 Ländern. Zum Sortiment gehören Kühlschränke, Geschirrspüler, Waschmaschinen, Staubsauger und Herde. Letztes Jahr setzte die Gruppe mit weltweit 58'000 Mitarbeitenden 11,3 Milliarden Euro um.

(vst/tke/awp)

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